Meiſtentheils Pflaumen und Prismen. 139
ſellſchaft annehmen ſollte. Es iſt wahr, es erregte ihr Angſt und Unbehaglichkeit, dieſe glättende Hand an ſich herumar⸗ beiten zu laſſen; aber ſie unterwarf ſich dem Bedürfniß der Familie in ihrer Größe, wie ſie ſich dem Bedürfniß der Fa⸗ milie in ihrer Kleinheit unterworfen hatte, und ließ ihren eignen Meinungen in dieſem Punkte nicht mehr Spielraum, als ſie ſelbſt ihrem Hunger Raum gegeben, in den Tagen, wo ſie ſich ihr Mittagseſſen abgeſpart hatte. damit ihr Vater ſein Abendbrod habe.
Ein Troſt, den ſie in dieſer Feuerprobe bei Mrs. General hatte, war ihr eine ſtarke Stütze und machte ſie dankbarer, als es einem weniger hingebenden und liebreichen Gemüthe, das nicht an ihre Kämpfe und Opfer gewöhnt iſt, ganz be⸗ gründet erſcheinen könnte; und in der That, man kann oft im Leben die Beobachtung machen, daß Gemüther wie Klein Dorrit nicht halb ſo ſorgfältig auf Gründe achten, als die Leute, die ſie benutzen. Die fortdauernde Freundlichkeit ihrer Schweſter war dieſer Troſt für Klein Dorrit. Es machte ihr keinen Unterſchied, daß dieſe Freundlichkeit die Form duldſa⸗ mer Gönnerſchaft annahm; ſie war daran gewöhnt. Es machte ihr keinen Unterſchied, daß ſie ſie in einer tributpflich⸗ tigen Stellung hielt und ſie in dem Gefolge des flammenden Triumphwagens zeigte, in welchem Fanny auf erhabnem Sitze ſaß und Huldigung erzwang; ſie ſuchte keinen beſſern Platz. Indem ſie ſtets Fanny's Schönheit, Anmuth und Redefertigkeit bewunderte und ſich jetzt nicht die Frage vor⸗ legte, wieviel von ihrer Neigung zu feſter Anhänglichkeit an


