Teil eines Werkes 
6. Th. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Reiſegefährten. 17

aber er hat ſie. Lichtblicke, die mir während unſeres Verkehrs aufgingen, haben mir dies gezeigt.“

„Wohlan, ich hoffe,“ ſagte der hochfahrende Herr mit der Miene, als wolle er den Gegenſtand ſchließlich abthun,„daß das Unwohlſein der Dame blos vorübergehend iſt.“

„Das hoffe ich, Sir.“

„Bloße Ermüdung vermuthlich.“

„Nicht ganz allein Ermüdung, Sir, denn ihr Maulthier ſtolperte heute und ſie fiel aus dem Sattel. Sie fiel leicht und war ohne Beihülfe wieder auf und ritt lachend von uns weg, aber ſie klagte gegen Abend über eine leichte Quetſchung in der Seite. Sie ſprach mehr als ein Mal davon, als wir Ihrer Geſellſchaft den Berg hinauf folgten.“

Das Haupt des großen Familienzugs, welches gnädig, aber nicht familiär war, ſchien jetzt der Meinung zu ſein, daß es ſich mehr als genug herabgelaſſen. Es ſagte nichts mehr und es herrſchte Stillſchweigen etwa eine Viertelſtunde lang, bis das Abendeſſen erſchien.

Mit dem Abendeſſen kam einer der jungen Patres(es ſchienen keine alten Patres da zu ſein), um bei Tafel den Vorſitz zu führen. Es war wie das Abendeſſen in einem ge⸗ wöhnlichen Schweizer Hotel und guter Rothwein, erbaut von dem Kloſter in milderer Luft, mangelte nicht. Der künſt⸗ leriſche Reiſende kam ruhig herunter und nahm, als die Uebrigen ſich ſetzten, ſeinen Platz an der Tafel ein, ohne die mindeſte Empfindung ſeines letzten Scharmützels mit dem

vollkommen ausgerüſteten Reiſenden merken zu laſſen. Klein Dorrit. VI. 2