Teil eines Werkes 
5. Th. (1856)
Entstehung
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154 Sechsunddreißigſtes Kapitel.

Vorwürfen befreite. Im Hofe war der Mann mit vielen Kindern und vielen Laſten, deſſen Mißgeſchick alle Welt verwun⸗ derte; im Hofe war der Mann ohne Kinder und mit großen Hülfsquellen, deſſen Mißgeſchick Niemand wunderte. Da waren ferner die Leute, welche ſtets ſchon morgen hinaus⸗ gingen und es ſtets aufſchoben; da waren die Leute, welche erſt geſtern hereingekommen waren und die über dieſe Laune des Schickſals ſo wenig wie die an den Kerker gewöhnten Vögel ärgerlich und verdrießlich waren. Da waren ſolche, die aus purer Gemeinheit der Geſinnung ſich vor dem reich⸗ gewordenen Collegen und ſeiner Familie bückten und beugten; und da waren Andere, welche dies nur thaten, weil ihre Au⸗ gen, gewöhnt an das Dunkel ihres Gefängnißlebens und ihrer Armuth das Licht ſolchen hellen Sonnenſcheins nicht zu er⸗ tragen vermochten. Es waren Viele, deren Schillinge in ſeine Taſche gefloſſen waren, um ihm Eſſen und Trinken zu kaufen, aber keine, die jetzt auf Grund dieſer Beiſtandslei⸗ ſtung in aufdringlicher Weiſe den guten Kameraden mit ihm ſpielten. Es war vielmehr den eingeſperrten Vögeln anzu⸗ merken, daß ſie ein wenig ſcheu vor dem Vogel waren, der jetzt ſo prächtig der Freiheit entgegen ging, und daß ſie die Neigung hatten, ſich nach den Eiſenſtäben zurückzuziehen und ein wenig ängſtlich zu ſcheinen, als er vorüberſchritt.

Durch dieſe Zuſchauer bewegte ſich die Proceſſion, die beiden Brüder voran, langſam nach dem Thore. Mr. Dor⸗ rit, dem großartigen Gedanken hingegeben, wie die armen Geſchöpfe ohne ihn verkommen würden, war ernſt und trau⸗

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