30 Dreißigſtes Kapitel. Das Wort eines Gentleman.
winchs an und trank auf die intime Freundſchaft, die er vorausſah. Mr. Flintwinch that ihm mit ernſter Miene Be⸗ ſcheid, trank allen Wein, deſſen er habhaft werden konnte und ſagte nichts. So oft Mr. Blandois anſtieß, was er bei jeder neuen Füllung der Gläſer that, kam Mr. Flintwinch ſtumpfſinnig ſeinem Anſtoßen nach und er würde ſtumpfſinnig auch den Wein ſeines Gefährten ganz wie ſeinen eignen aus⸗ getrunken haben, indem er, den Punkt des Geſchmacks aus⸗ genommen, ein bloßes Faß war.
Kurz, Mr. Blandois fand, daß in den ſchweigſamen Mr. Flintwinch Portwein hineingießen, nicht ihn offenherzig machen, ſondern ihn verſchloſſen machen hieß. Ueberdies ſah er ganz darnach aus, als ob er vollkommen fähig wäre, die ganze Nacht ſo fortzufahren, oder, wenn es Gelegenheit gäbe, den ganzen folgenden Tag und die ganze folgende Nacht, während Mr. Blandois ſich unbeſtimmt bewußt wurde, daß er zu wüthend renommikte und prahlte. Er machte darum mit der dritten Flaſche dem Tractement ein Ende.
„Sie werden morgen auf uns ziehen, Sir?“ ſagte Mr. Flintwinch beim Abſchied mit einem geſchäftsmäßigen Geſicht.
„Meiner Seel“, entgegnete Jener, indem er ihn mit bei⸗ den Händen beim Kragen nahm.„Freilich werde ich auf Sie ziehen, da haben Sie keine Furcht. Adieu, mein Flintwinch. Empfangen Sie beim Scheiden“, hier umarmte er ihn in der Weiſe der Südländer und küßte ihn ſchmatzend auf beide Backen,„das Wort eines Gentleman! Bei tauſend Donner⸗
wettern, Sie ſollen mich wiederſehen!“


