Teil eines Werkes 
3. Th. (1856)
Entstehung
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20 Sechszehntes Kapitel.

tung er ſie am Beſten zu ſuchen hätte. Er war weit entfernt davon, reich zu ſein, und jeder Tag der Unentſchloſſenheit und Unthätigkeit machte ihm ſein Erbtheil zu einer Quelle größerer Beſorgniß. So oft er ſich zu überlegen begann, wie er dieſes Erbtheil zu mehren oder es anzulegen habe, kam ſeine Ahnung, daß jemand mit einem noch nicht befriedigten Anſpruche auf ſeine Gerechtigkeit da ſei, wieder, und das allein war ein Gegenſtand, der den längſten Spaziergang ihn beſchäftigen konnte. Ein anderer Gegenſtand ſodann wa⸗ ren ſeine Beziehungen zu ſeiner Mutter, mit der er jetzt auf ruhigem und friedfertigem, aber durchaus nicht vertrautem Fuße ſtand, und welche er wöchentlich mehrmals ſah. Klein Dorrit war ein beſtändiger Hauptgegenſtand; denn die Um⸗ ſtände ſeines Lebens, verbunden mit denen ihrer eignen Ge⸗ ſchichte ließen ihm das kleine Weſen als die einzige Perſon erſcheinen, zwiſchen welcher und ihm Bande unſchuldigen Vertrauens auf einer Seite und liebreichen Schutzes auf der andern, Bande des Mitleids, der Achtung, des ſelbſtſuchtloſen Intereſſes, der Dankbarkeit und des Erbarmens beſtanden. Indem er an ſie und an die Möglichkeit der Befreiung ihres Vaters aus dem Gefängniſſe durch die Hand des Todes, der alle Riegel aufthut, dachte— es war vorausſichtlich der ein⸗ zige Wechſel der Verhältniſſe, welcher ihn in den Stand ſetzen konnte, ihr ſolch ein Freund zu ſein, wie er wünſchte, indem er ihre Lebensweiſe änderte, ihren rauhen Lebenspfad ebnete und ihr eine Heimath gab— betrachtete er ſie, in dieſer Hinſicht, als ſeine Adoptivtochter, ſein armes Kind des Mar⸗