12 Fünfzehntes Kapitel.
mehr ſein, als das?“ rief ſie haſtig in ihrer ſtrengen fragen⸗ den Weiſe.
Mrs. Flintwinch träumte, daß ſie ſich einige Minuten mit der Kerze zwiſchen ſich einander anblickten, und ihr der Eindruck würde, als ob ſie ſich einander ſcharf und feſt an⸗ blickten.
„Wiſſen Sie etwa zufällig, Mrs. Clennam,“ fragte dann Affery's Eheherr mit viel gedämpfterer Stimme und mit einem Aufwand von Betonung, der zu dem einfachen Zwecke ſeiner Worte ganz außer Verhältniß zu ſtehen ſchien,„wo ſie wohnt?“
„Nein.“
„Möchten Sie— hm, möchten Sie es wol wiſſen?“ ſagte Jeremiah mit einer Plötzlichkeit, als wäre er wie ein Raubthier auf ſie geſprungen.
„Wenn ich was drauf gäbe, es zu wiſſen, ſo würde ich es bereits wiſſen. Hätte ich ſie nicht jeden Tag fragen können?“ „Dann machen Sie ſich nichts draus, es zu wiſſen?“
„Nein.“
Mr. Flintwinch ſagte, nachdem er in bezeichnender Weiſe tief aufgeathmet, mit ſeiner früheren Betonung: „denn ich habe es zufällig— bemerken Sie wol— heraus⸗ bekommen.“
„Wo ſie auch leben mag,“ ſagte Mrs. Clennam, indem ſie mit eintöniger ſtrenger Stimme ſprach und ihre Worte ſo deutlich von einander trennte, als ob ſie dieſelben von einzelnen Metallſtückchen läſe, die ſie eines nach dem andern


