Klein Dorrits Abendgeſellſchaft. 161
Clennam ſagte— nicht ſehr deutlich, da er jene Thrä⸗ nen in ihren angſterfüllten Augen blitzen ſah— ihr Wunſch ſolle ihm heilig ſein.
„Sie wiſſen nicht, was für ein Mann er iſt,“ ſagte ſie, „Sie wiſſen nicht, was er in Wahrheit iſt. Wie können Sie auch, wenn Sie ihn da ganz plötzlich ſehen, den lieben gu⸗ ten Vater, und nicht nach und nach wie ich! Sie ſind ſo gut gegen uns geweſen, ſo zartfühlend und ſo wahrhaft gut, daß ich ihn in Ihren Augen beſſer erſcheinen ſehen möchte, als in irgend jemandes. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, daß gerade Sie unter allen Andern ihn in den einzigen Augenblicken ſehen ſollten, wo er ſich ernie⸗ drigt.“
„Bitte,“ ſagte Clennam,„machen Sie ſich darüber kei⸗ nen Kummer. Bitte, bitte, Klein Dorrit! Wir verſtehen uns jetzt ganz.“
„Dank Ihnen, Sir, Dank Ihnen! Ich habe ſehr mit mir gekämpft, ob ich das ſagen ſolle. Ich habe darüber nachgedacht Tag und Nacht, aber als ich mit Beſtimmtheit erfuhr, daß Sie wiederkommen würden, habe ich mich ent⸗ ſchloſſen, mit Ihnen zu ſprechen. Nicht, weil ich mich ſeiner ſchämte,“ ſie trocknete raſch ihre Thränen ab,„ſondern weil ich ihn beſſer kenne als irgend jemand, weil ich ihn liebe und ſtolz auf ihn bin.“
Nachdem ſie dieſen Stein vom Herzen losgeworden, trieb es Klein Dorrit, wegzugehen. Da Maggy vollſtändig wach war und ſich eben damit beſchäftigte, daß ſie im Vor⸗


