Mütterchen. 17
ruhig geſchlafen habe. Ich denke, es würde ſchier niederträch⸗ tig und herzlos von mir ſein, wenn ich nach alledem nicht ein wenig Anhänglichkeit an den Ort hätte.“
Sie hatte damit ihr volles, treues Herz vor ihm ausge⸗ ſchüttet und ſagte demüthig, indem ſie ihre Augen bittend zu denen ihres neuen Freundes erhob:„Ich hatte nicht die Ab⸗ ſicht, ſo viel zu ſagen, und nur einmal habe ich hierüber vorher ſchon geſprochen. Aber die Sache ſcheint dadurch rich⸗ tiger dargeſtellt, als ſie geſtern Abend war. Ich ſagte, daß ich wünſchte, Sie wären mir nicht gefolgt, Sir. Ich wünſche es jetzt nicht mehr ſo ſehr, es wäre denn, Sie dächten— in der That, ich wünſche es gar nicht mehr, wenn es nicht deshalb wäre, weil ich ſo verwirrt geſprochen habe, daß— daß Sie mich kaum verſtehen können, was, wie ich befürchte, der Fall ſein mag.“
Er ſagte ihr vollkommen der Wahrheit gemäß, daß dies nicht der Fall ſei, und indem er zwiſchen ſie und den ſcharfen Wind und Regen trat, ſchützte er ſie, ſo gut er's vermochte.
„Ich fühle, daß ich mir jetzt erlauben darf,“ ſagte er, „Sie ein wenig genauer über Ihren Vater zu befragen. Hat er viele Gläubiger?“
„Oh! Eine große Menge!“
„Ich meine Gläubiger, welche ihn dort feſthalten, wo er jetzt iſt.“
„O ja! Eine große Menge.“
„Können Sie mir ſagen— ich kann mir ohne Zweife
Klein Dorrit. II. 2


