Teil eines Werkes 
1. Th. (1856)
Entstehung
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Hinter Schloß und Riegel. 171

Gefängniſſes gelangt, wo die Collegen ſo eben ihren ge⸗ ſelligen Abendelub verlaſſen hatten. Das Parterrezimmer, in welchem derſelbe ſich verſammelte, war der in Rede ſtehende Warme Winkel. Die Tribüne des Vorſitzenden, die Zinnkrüge, Gläſer, Pfeifen und Aſchenhäufchen und der allgemeine Duft der Mitglieder waren noch ganz ſo vorhan⸗ den, wie dieſes geſellige Inſtitut ſie bei ſeiner Vertagung verlaſſen hatte. Der Warme Winkel beſaß zwei von den Eigenſchaften, die das Volk als weſentlich für Damengrog betrachtet: er war nämlich heiß und ſtark, aber im dritten Vergleichspunkte, welcher reichliche Portionen verlangt, mangelte es dem Warmen Winkel, da derſelbe nur ein Ge⸗ mach war, das man durch eine Bretterwand von einem an⸗ dern abgeſchieden hatte.

Der mit den hieſigen Gewohnheiten unbekannte Beſucher von draußen ſah natürlich jedermann hier als Gefangenen an: Wirth, Kellner, Schenkmädchen, Unterkellner und alle miteinander. Ob ſie dies waren oder nicht, kam nicht zum Vorſchein, aber ſie hatten alleſammt ein Ausſehen, das an Unkraut erinnerte. Ein Mann, der einen Victualienkram in einem Vorzimmer hielt, und Herren von Stande bei ſich zur Miethe hatte, lieh ſeinen Beiſtand beim Aufſchlagen des des Bettes. Er war zu ſeiner Zeit ein Schneider geweſen und hatte einen Phaeton gehalten, wie er ſagte. Er rühmte ſich kampfesmuthig für die Intereſſen des Collegiums in die Schranken getreten zu ſein, und er hatte unklare und un⸗

aufklärbare Ideen, daß der Marſhal einenFond unter⸗ 12