Hinter Schloß und Riegel. 169
Geſchichte, als ſie ihm aufdämmerte, daß er ſich kaum loszu⸗ reißen vermochte. Aber das Aufhören des Läutens und die Stille im Gefängniß warnte ihn, ſich fortzumachen, und ſo verließ er ſie mit einigen kurzen, freundlichen Worten, wäh⸗ rend ſie zu ihrem Vater zurückkehrte.
Aber er war zu lange geblieben. Das innere Thor war verriegelt und die Loge geſchloſſen. Nach einigem vergeblichen Pochen mit der Hand ſtand er da mit der unangenehmen Ueberzeugung, daß er die Nacht hier zubringen müſſe. Da rief ihn von hinten eine Stimme.
„Gefangen, he?“ ſagte die Stimme.„Sie werden vor morgen früh nicht nach Hauſe gehen.— Oh! ſind Sie nicht Mr. Clennam?“
Die Stimme gehörte Tip an, und ſie ſtanden vor einan⸗ der und blickten einer den andern an, als es zu regnen be⸗ gann.
„Daran ſind Sie ſelber Schuld,“ bemerkte Tip,„Sie müſſen's das nächſte Mal geſcheidter anfangen.“
„Aber Sie ſind ja auch eingeſperrt,“ ſagte Arthur.
„Glaube, Sie haben Recht,“ ſagte Tip ſpöttiſch.
„So ungefähr. Aber nicht in Ihrer Weiſe. Ich gehöre zur Geſellſchaft, nur hat meine Schweſter die Anſicht, daß unſer Alter das nicht wiſſen darf. Ich meines Theils ſehe den Grund davon nicht ein.“
„Kann ich ein Obdach bekommen?“ fragte Arthur.„Was wäre das Beſte für mich?“
„Wir thäten am Beſten, vor Allem nachzuſehen, ob wir Klein Dorrit. 12


