Hinter Schloß und Riegel. 159
wenige Leute trieben ſich im Hofe herum, aber die Mehrzahl der Bevölkerung war in den Stuben. Der Alte hielt ſich zur linken Seite des Hofes, bog in den dritten oder vierten Thor⸗ weg ein und begann die Treppe hinaufzuſteigen.„Die Treppe iſt ziemlich dunkel, Sir, aber Sie werden nichts im Wege liegen finden.“
Er blieb einen Augenblick ſtehen, bevor er eine Thür im zweiten Stockwerke öffnete. Er hatte nicht ſobald die Klinke gedreht, als der Beſucher Klein Dorrit ſah, und die Urſache ſah, aus der ſie bei ihrem Alleineſſen ſo viel Vorrath einlegte.
Sie hatte das Fleiſch, das ſie hätte ſelbſt eſſen ſollen, mit nach Hauſe genommen, und wärmte es bereits auf einem Dreifuß über dem Feuer für ihren Vater, der in einem alten grauen Rocke und einer ſchwarzen Mütze am Tiſche ſein Abend⸗ eſſen erwartete. Ein reines Tiſchtuch war vor ihm ausgebrei⸗ tet, und darauf befanden ſich Meſſer, Gabel, Löffel, Salz⸗ faß, Pfefferbüchſe, ein Glas und ein zinnerner Alekrug. Selbſt ſolche gewürzige Zuthaten, als ſeine beſondere kleine Phiole mit Cayennepfeffer und eine Untertaſſe, worin für einen Penny Pickles waren, mangelten nicht.
Sie fuhr zuſammen, erröthete tief und erblaßte. Der Beſucher bat ſie, mehr mit den Augen als durch die leiſe Hand⸗ bewegung, mit der er ihr andeutete ſich nicht ſtören zu laſſen, um Muth und Vertrauen.
„Ich fand dieſen Herrn,“ ſagte der Oheim—„Mr. Clen⸗ nam, William, Sohn der Freundin Amy's— an der Außen⸗ pforte, wo er, als ich vorbeigiug, den Wunſch hegte, Dir


