Hinter Schloß und Riegel. 157
bereitet auf das, was Sie mir mittheilten, und hoffe, daß dieſe Verſicherung eine hinreichende Entſchuldigung dafür ſein wird, daß ich mir die Freiheit genommen habe, Sie anzureden. Ich bin erſt neuerdings nach langer Abweſenheit von Eng⸗ land heimgekommen. Ich habe im Hauſe meiner Mutter— Mrs. Clennam in der City— ein junges Frauenzimmer als Nätherin beſchäftigt geſehen, die ich nur Klein Dorrit nennen hörte. Ich habe mich aufrichtig für ſie intereſſirt und hege ſehr den Wunſch, etwas Näheres über ſie zu erfahren. Ich ſah ſie kaum eine Minute, ehe Sie hierher kamen, durch jenes Thor gehen.“
Der alte Mann ſah ihn aufmerkſam an.„Sind Sie ein Matroſe, Sir?“ fragte er. Er Hien durch das Kopfſchütteln, das ihm als Antwort wurde, ein wenig in ſeiner Erwartung getäuſcht.„Alſo kein Matroſe? Ich ſchloß es aus Ihrem ſonnen⸗ verbrannten Geſichte. Meinen Sie's wirklich ernſthaft, Sir?
„Ich verſichere Ihnen, daß ich's wirklich ſo meine und bitte Sie im vollen Ernſte, zu glauben, daß ich's ſo meine.“
„Ich weiß ſehr wenig von der Welt, Sir,“ erwiderte der Andere, welcher eine ſchwache und zitternde Stimme hatte. „Ich gehe blos meinen Weg wie der Schatten an der Son⸗ nenuhr. Es würde ſich nicht der Mühe verlohnen, mich irre zu führen, es würde wirklich zu leicht ſein— ein zu ärmlicher Triumph, um Befriedigung zu gewähren. Das junge Frauen⸗ zimmer, welches Sie hier eintreten ſahen, iſt das Kind mei⸗ nes Bruders. Mein Bruder iſt William Dorrit, ich heiße Frederick. Sie ſagen, Sie haben Sie im Hauſe Ihrer Mut⸗


