Erſtes Kapitel.
Anders. Sie kriegen auf die Art Kleienbrot und ſauren Wein, und er kriegt Lyoner Würſtchen, Kalbsbraten in ſaf⸗ tigem Gelé, Weißbrot, Strachinokäſe und guten Wein. Guck da die Vögel, mein Schatz.“
„Die armen Vögel!“ ſagte das Kind.
Das holde Geſichtchen, auf dem ſich, als es ängſtlich durch das Gitter ſah, göttliches Mitleid ſpiegelte, war in dem Gefängniſſe gleich dem eines Engels. Johann Baptiſt erhob ſich und ging darauf zu, wie wenn es eine Anziehungs⸗ kraft zum Guten hin auf ihn ausübe. Der andere Vogel aber verblieb wie vorher, ausgenommen, daß er einen un⸗ geduldigen Blick auf den Korb warf.
„Bleib mal ſtill hier!“ ſagte der Schließer, indem er ſein Töchterchen auf den äußern Sims des Gitters ſetzte. „Sie ſoll die Vögel füttern. Dieſes große Brot iſt für Signor Johann Baptiſt. Wir müſſen's zerbrechen, ſonſt geht's nicht in den Käfig. So, das iſt ein zahmer Vogel, der darf's Händchen küſſen.— Dieſe Wurſt in einem Weinblatte iſt für Monſieur Rigaud. Item, dieſes Stück Kalbsbraten in ſaftigem Gelé iſt für Monſieur Rigaud. Item, dieſe drei kleinen Weißbrote ſind für Monſieur Rigaud. Item, dieſer Käſe— item, dieſer Wein— item, dieſer Tabak— Alles miteinander für Monſieur Rigaud. Ein glücklicher Vogel!“
Das Kind ſchob alle dieſe Gegenſtände zwiſchen den Eiſenbarren in die weiche, glatte, wohlgebildete Hand mit offenbarer Furcht, indem ſie die ihrige mehr als einmal zu⸗ rückzog und den Mann mit einem Ausdruck auf der gerun⸗


