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Erötes Rapitel.
Sonne und Schatten.
Es war vor dreißig Jahren. Der Tag war heiß. Mar⸗ ſeille brannte förmlich in der Sonne.
Eine ſengende Sonne, die auf einen grimmig heißen Auguſttag herabſieht, war in Südfrankreich damals eben keine größere Seltenheit, als je vor oder nachher. Alle Welt in und um Marſeille hatte mit grellem ſtarrem Blicke nach dem glühenden Himmel emporgeſehen und war dafür wieder mit grellem ſtarrem Blicke angeſehen worden, bis dieſer grelle ſtarre Blick geradezu allgemeine Gewohnheit geworden war. Fremde blickten, bis ihnen die Augen übergingen, auf grell und ſtarr blickende weiße Häuſer, grell und ſtarr blickende weiße Wände, grell und ſtarr blickende weiße Gaſſen, grell und ſtarr blickende Strecken ausgedörrter Landſtraßen, grell und ſtarr blickende Berge, deren Grün weggeſengt war. Das Einzige, was nicht ganz unabänderlich hell und grell blickte, waren die Rebſtöcke, die ſich unter ihrer Traubenlaſt zu Bo⸗
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