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Dieß hieß uns die Thüre wieder öffnen, die wir für dieſes Leben uns bereits verſchloſſen geglaubt hatten. Wir beſchloſſen, das Wagniß zu unternehmen, aber ſowohl unſere Namen, als die übrigen Verhältniſſe, aufs ſorgfältigſte zu verſchweigen; und William ſchrieb demgemäß ſeiner Schwe⸗ ſter, er ſei ſehr erfreut über ihr kluges Benehmen; ſie habe das Wahre errathen, da er ein zurückgezogenes Leben zu führen wünſche, und er bitte ſie daher, kein großes Aufſehen zu machen, bis er vielleicht zu ihr käme.
Er war im Begriff, den Brief abzuſenden.„Laß ſehen, William,“ ſagte ich;„Du ſollſt keinen leeren Brief fort⸗ ſchicken. Schreibe ihr, es werde ein Freund mitkommen, der eben ſo zurückgezogen zu leben wünſche, wie Du ſelbſt, und zum Gruße will ich ihr gleichfalls fünſtauſend Pfund ſenden.“
So machten wir in kurzer Zeit die Familie dieſer armen Frau reich; aber als es nun wirklich zur Abreiſe kommen ſollte, ſo fehlte mir doch der Muth dazu. Da nun William mich nicht verlaſſen wollte, ſo blieben wir noch ungefähr zwei Jahre hier immer mit dem Gedanken beſchäf⸗ tigt, was wir wohl thun ſollten.
Der Leſer denkt vielleicht, ich ſei ſehr verſchwenderiſch mit meinem ſchlecht erworbenen Gelde umgegangen, indem ich auf dieſe Art eine Fremde mit meiner Güte überhäufte und eine Perſon, die nichts für mich gethan und mich nicht einmal kannte, fürſtlich beſchenkte; aber meine Lage war
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