Druckschrift 
Leben und Abenteuer des Capitäns Singleton / von Verf. des "Robinson Crusoe". Aus d. Engl. von Carl Kolb
Entstehung
Einzelbild herunterladen

487 So⸗

Oheim, worauf er nach etwa fünf Wochen von beiden eine Antwort erhielt, und zwar unter der armeniſchen Adreſſe, die er ſelbſt bezeichnet hatte, nämlich Signor Conſtantin Alexion von Ispahan in Venedig.

Der Brief ſeiner Schweſter war ſehr rührend. Nach den leidenſchaftlichſten Ergüſſen der Freude über die Nach⸗ richt, daß er noch am Leben ſei, während man ihr ſchon längſt gemeldet hatte, er ſei von Seeräubern in Weſtindien ermordet worden, bat ſie ihn, ihr Näheres über ſeine Um⸗ ſtände mitzutheilen, und bemerkte dabei, obgleich ſie nicht im Stande ſei, viel für ihn zu thun, ſo werde ſie ihn doch von ganzem Herzen willkommen heißen; ſie ſei eine Wittwe mit vier Kindern, habe aber einen kleinen Specereihandel, womit ſie ihre Familie ernähre; zugleich überſende ſie ihm hiemit fünf Pfund, für den Fall, daß ihm im ſremden Lande das Geld ausgegangen ſei, um damit nach Hauſe reiſen zu können.

Ich konnte ſehen, daß ihm beim Leſen des Briefes Thränen in die Augen traten, und als er mir denſelben nebſt der kleinen Anweiſung von fünf Pfund auf einen eng⸗ liſchen Kaufmann in Venedig zeigte, kam auch mir das Weinen.

Nachdem wir unſern durch die liebevolle Zärtlichkeit dieſes Briefes erregten Gefühlen Luft gemacht hatten, wandte er ſich zu mir, mit den Worten:Was ſoll ich für dieſes