Teil eines Werkes 
9. Th. (1848)
Entstehung
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Auf dem Verdeck weilt Florentine für den Roheſten an Bord ein Symbol von etwas Schönem, Anmuthigem und Schuldloſem von etwas, deſſen Anweſenheit gut und an⸗ genehm iſt und die Reiſe glücklich machen muß. Es iſt Nacht, und ſie und Walter ſitzen allein, und betrachten den lichten Pfad auf dem Meere, der von ihnen bis zum Monde reicht.

Endlich kann ſie ihn nicht mehr deutlich ſehen, denn Thrä⸗ nen füllen ihre Augen; und dann legt ſie ihr Haupt an ſeine Bruſt, und ſchlingt ihren Arm um ihn, und ruft aus: O Wal⸗ ter, beſter Mann, wie glücklich ich bin!

Ihr Gatte drückt ſie an ſein Herz, und ſie ſind ganz ſtill, und das Schiff ſchwebt ruhig über das Meer.

Wenn ich das Meer höre und ſeinen Tönen lauſche, ſagte Florentine, bringt mir es ſo viele Tage in das Gedächtniß zurück. Ich denke dann ſo viel an

An Paul, Geliebte, ſagte Walter. Ich weiß es wohl.

An Paul und Walter. Und die Stimmen aus den Wel⸗ len erzählen immer in ihrem ewigen Rauſchen Florentinen von einer Liebe, die ewig und unendlich iſt, nicht beſchränkt von den Grenzen dieſer Welt oder von dem Ende der Zeit, ſondern fort⸗ dauernd über das Meer, über den Himmel, bis in das unſicht⸗ bare Land in weiter, weiter Ferne!

Druck von Fr. Nies in Leipzig.