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werden eine ſchauderhafte Furcht bekommen und das wird köſtlich ſein.
Das Schloß Monza war in der That eines der ſchönſten Ueberbleibſel der mittelalterlichen Baukunſt. Mit ſieben Thürmchen verſehen, mit Zinnen und Schießſcharten ge⸗ ſchmückt, mit Gräben umgeben, mit einer Zugbrücke auf jeder Seite bildete es eine impoſante und pracht⸗ volle Maſſe. Die im Diamantenſchnitt behauenen Steine ließen zwiſchen ihren Fugen Büſchel gelben und rothen Lacks aufſprießen; einer der Thurme verſchwand ganz unter dem rieſigen Epheu, das ſeine Aeſte von einer Seite zur andern ausdehnte. Dieſer Thurm, eine Art vereinzelter Wartthurm, beherrſchte die Donau in un⸗ ermeßlicher Höhe und ſtand faſt abgeſondert vom übrigen Theil des Gebäudes, mit welchem er nur durch eine über dem Abgrund ſchwebende, unbedeckte Gallerie ver⸗ bunden war. Er hatte lange Zeit die Wohnung der Burgfrauen enthalten. Dem Herkommen getreu, wollte Beatrix auch die ihrige dort aufſchlagen.
Der erſte Abend, den man in einem ſeit langer Zeit unbewohnten Hauſe zubringt, in welchem man unver⸗ ſehens ankommt, iſt immer trübſelig und peinlich. Der Marquis hatte zwar von Straßburg aus dem Schloß⸗ verwalter geſchrieben, man könne ihn jeden Tag er⸗ warten, allein der Brief war ſo kurze Zeit vor ihm angekommen, daß man kaum einige Zimmer gelüftet und in bewohnbaren Zuſtand verſetzt hatte. Man durch⸗ wanderte das ganze Schloß mit Fackeln, bis ſich Jedes ſeinen Wohnſitz erkoren hatte.
Robert bemächtigte ſich eines Thurmes, in welchem er ſich mit ſeinen Jagdgeräthſchaften und ſeinen Büchern einrichtete. Flavia und ihre Gouvernante bekamen eine Wohnung am andern Ende des Schloſſes neben dem Marquis und der Marquiſe, deren Wohnungen durch die unbedeckte Gallerie mit einander in Verbindung ſtanden. Um in den Salon und in den Sgeiſeſaal zu gelangen, mußte man ungeheure Gemächer durch⸗
Die blutige Marquiſe. I. 17


