Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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ſcheren, tadelloſeren Beſuch empfing. Fräulein Orthez iſt heute Nacht mit thränengeſchwollenen Augen hieher⸗ gekommen; ſie iſt hergekommen, um meinen Schutz zu erflehen, um mich zu bitten, ſie aus einer ernſten Gefahr zu erretten; ſie iſt als Bittende, nicht als Maitreſſe her⸗ gekommen; ſie hat mir Dinge erzählt, die ich Ihnen nicht wiederholen kann und welche die Achtung, die ich ohne⸗ dieß für ſie hegte, in Bewunderung verwandelt haben. Fräulein Orthez iſt ein ehrbares und redliches Weſen und ich ſchätze mich glücklich, ihr meine Tochter über⸗ eeben zu haben; ich hoffe, ſie wird eine Frau, wie ich de wünſche, aus ihr machen, und Fräulein Orthez ſoll bei meiner Tochter bleiben, weil ich Niemand fände, der ſie erſetzen könnte, kurz und gut, weil ich es will.

Wie ich ſchon im Beginn dieſer Erzählung berichtet habe, beſaß Beatrix wie alle ſchwachen Weſen, wie alle unvollkommenen Naturen, einen Charakter, in welchem Feigheit und Großſprecherei zugleich lag. Sie beherrſchte Die, vor denen ſie ſich nicht fuͤrchtete, gab aber einem beſtimmten Willen oder einem ernſten Hinderniß ſogleich nach. So war in ihrer Kindheit ihre Mutter ihre Skla⸗ vin, wahrend der Präſident von Saint⸗Serve, ſo wie Ernſt mit einem Worte, einer Geberde Gehorſam von ihr erlangten.

Als ſie ihren Mann ſo entſchloſſen zum Widerſtand ſah, bekam ſie Angſt und ging in ſich, zwar nicht über⸗ zeugt, aber unterjocht, ſchachmatt, um mich eines üblichen und kräftigen Ausdrucks zu bedienen. Sie fühlte, daß ſie nicht mehr mit gleichen Waffen kämpfen, daß ſie einem neuen Gefühl in ſeiner ganzen Kraft, in ſeiner ganzen Saftfülle gegenüber nicht mehr ſiegreich ſein wuͤrde, ſie, die als Schild nur eine Liebe und einen Muth hatte, die vom Schmerz abgeſtumpft, unter Thrä⸗ nen verwelkt waren. Sie fühlte dieß mehr, als es ihr klar war; Ueberlegung, Gewandtheit werden unter ſol⸗ chen Umſtänden unnütz; das Herz, pirſe evige Licht,