Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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nämlich ihres Sieges gewiß, ſie koſtete ihn Tropfen für Tropfen und nichts ſtörte noch die Freude daran.

Sie haben ganz recht gehandelt, meine liebe Beatrix, verſetzte endlich der Marquis, und ich bin durchaus Ihrer Meinung. Indeſſen glaube ich, beſſere Ueber⸗ legung vorbehalten, daß Uebereilung in dieſem Fall ſchäd⸗ lich ſein würde. Bevor wir Flavia einer Gouvernante, wie dieſe iſt, berauben, bevor wir Etwas thun, das der Herzogin von Alagny, die uns dieſelbe ſo dringend em⸗ pfohlen hat, ſo unangenehm wäre, müſſen wir, dünkt mich, ihres Vergehens gewiß ſein. Laſſen Sie uns da⸗ her vorerſt Alles wohl betrachten, unterſuchen und ab⸗ wägen. Vielleicht iſt dieſe junge Perſon unſchuldig, viel⸗ leicht hat ſie bloß irgend ein ehrbares Geheimniß, das in der Folge entdeckt wird. Huͤten wir uns, ungerecht zu ſein! 5 Auch Beatrix haſchte gierig nach den Worten ihres Gatten, auch ſie litt namenloſe Schmerzen und Qualen, denn ſie ſah dieſes einen Augenblick entfernte Geſpenſt nieher erſcheinen und wurde von Neuem von demſelben verfolgt.

Gi. ſagen alſo, mein Herr? ſtammelte ſie.

Ich ſage, man müſſe beſonnen ſein, meine liebe Freundin, man dürfe die Zukunft einer ſchutzloſen Frau nicht auf ſolche Weiſe zu Grunde richten, ohne wenig⸗ ſtens mit eigenen Augen geſehen zu haben, daß ſie ſtraf⸗ bar iſt. Ueberdenken Sie es! Es iſt ein ewiger Vor⸗ wurf, den Nichts auslöſchen kann.

Beatrixr hörte ſchon einige Sekunden lang ihren Mann nicht mehr, ihre Augen, ihre ganze Seele waren auf einen Winkel des Zimmers gerichtet, in deſſen Dun⸗ kelheit eine lange goldene Nadel ſchimmerte. Wie ein Tiger ſtürzte ſie auf dieſe Beute, und indem ſie dieſelbe dem verdutzten Marquis im Triumph zeigte, fügte ſie mit ſchneidendem Lachen hinzu:

„Jetzt kann ich alſo dieſes Mädchen mit voller Ge⸗ wiſſensruhe fortjagen, denn ich ſehe hier eine der Na⸗ Die blutige Marquiſe. I. 16