Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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So ſprechend ſtand ſie aufrecht in der Mitte des Zimmers. Ihr Haupt war erhoben, ihr Auge warf Feuer⸗ flammen, ihre Gebärden waren gebieteriſch, ihre ſchönen Arme ragten halb bloß aus den Aermeln hervor, ihre ſchwarzen Haare waren in Form eines Diadems um den Kopf gewunden. Es waltete in dieſem unerklärlichen Ge⸗ ſchöpf etwas unwiderſtehlich Verführeriſches.

Der Marquis ſah ſie an, er trank ſie ſo zu ſagen mit den Augen.

Oh, wie ſchön Sie ſind! ſagte er endlich.

Dieſes ohne Unterlaß wiederholte Wort enthüllte ſeine Gedanken vollſtändig. Es war vor allem die Schönheit Chriſtinens, was er an ihr liebte. Dieſe kaiſerliche Schön⸗ heit war ihm mehr, als dieſer Charakter und dieſer Geiſt.

Er verſtand das, was ſeine Sinne entflammte, beſſer als

das, was zu ſeinem Verſtande ſprach.

Woher kommt es, mein Herr, ſagte ſie nach einem Augenblick des Stillſchweigens... woher kommt es, daß Sie mich ſo lange um ſich ſahen, ohne mich zu beachten 2 Wie wurden Sie von dieſer plötzlichen Liebe befallen? Was machte dieſelbe entſtehen?

Sie ſelbſt, Ihr Vertrauen. So lange ich Sie für unangegriffen hielt, hielt ich Sie für unangreifbar. So wie ich erfuhr, daß ein Anderer Sie beſiegt, begann ich zu hoffen und die Hoffnung wurde zur Leidenſchaft. Aus einem Engel ſah ich eine Frau werden, die anbetungs⸗ würdigſte, die berauſchendſte der Frauen. Ich liebte ſie, und, ach, ich liebe ſie noch.

Herr Marquis, ich habe Sie mit Geduld angehört, wenn auch wohl nicht mit der Courtoiſie, an welche Sie gewohnt ſind. Jetzt bitte ich Sie, mir zu geſtatten, mich zurückzuziehen. Indem Sie am Tage meiner Ankunft in dieſem Hotel ebenfalls herkommen, erwecken Sie den Ver⸗ dacht des Thürhüters und ich will dieſen Verdacht nicht rechtfertigen. Entfernen Sie ſich und laſſen Sie mich