Teil eines Werkes 
1. Th. (1823)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

ein Maͤdchen viele Liebſten, ein Juͤngling viele Liebchen; man erlebt Abentheuer, wie ſie in Romanen vorkommen, und nicht ſelten folgt auf ſolche naͤchtliche Streifzuͤge Vergießung von Menſchenblut und von Maͤdchenthraͤnen. Ich ging muthig aus, und hoffte, irgend ein merkwuͤrdiges Abentheuer zu beſtehen. Eine Zeitlang wollte es nicht gelingen, endlich aber fuͤhrte mich ein, aus einem Pachterhauſe weit⸗ hin ſtrahlender Lichtglanz zu dem Fenſter, wo die aͤlteſte Tochter, ein muntres Maͤdchen von achtzehn Jahren, eben auf der Lauer ſtand, die Ankunft eines gluͤcklichen Freiers zu erwar⸗ ten. Sie oͤffnete das Fenſter, als ich kam, aber beim Anblicke einer Geſtalt, die ſie nicht gehofft hatte, hielt ſie das Schiebfenſter in der Hand, und uͤberlegte, ob ſie den erſten Segen nehmen ſollte, den ihr der Himmel in Men⸗— ſchengeſtalt ſchickte. In dieſem Augenblicke erſchien der erwar⸗

tete Liebhaber, ein ſchmucker Burſche aus der nahen Stadt, geſchniegelt und geputzt, der den