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und ihre Sitten zu bewegen. Ich zweifle nicht, daß das viele Geld, mit welchem ich ſo ſchlecht hausgehalten— ja, das ich weit ſchlimmer noch verwendet habe, als wenn ich es in die See geworfen hätte— das mich in jene ſittliche Hölle der„Gräuel“ verführte, und das bei einer gewiſſen Gelegenheit ſogar den Trieb zum Selbſtmord in mir entflammte— zu einer bedeutenden Summe ange⸗ wachſen wäre, hätte ich es ſorgſam angelegt,— und daß es mir nun zum Mittel geworden wäre, in meinen alten Tagen mir Behaglichkeit, Ruhe und eine geachtete Stel⸗ lung in der Geſellſchaft zu verſchaffen. Es iſt eine Seltenheit, daß ein Seemann nicht hundert Dollars in einem Jahre zurückzulegen vermöchte— gar häufig habe ich neben meinen nützlicheren Ausgaben noch mehr als das Doppelte dieſer Summe eingenommen,— und hun⸗ dert Dollars jährlich würden nach einem Verlauf von dreißig Jahren ſchon zu einem Betrage anſchwellen, der einem alten Manne eine ehrenhafte Unabhängigkeit ſichern würde. Dies wäre aber noch nicht der einzige Nutzen; der Beſitz dieſer Geldmittel würde ein Sporn, nach einem höhern Ziele im Berufsleben zu ſtreben, und Tauſende, die nur gemeine Matroſen bleiben, würden nun ſchon ſeit langer Zeit Offiziere geworden ſeyn, wenn ſie nur im Beſitz jener Selbſtachtung geweſen wären, welche Eigenthum ſo leicht gewährt.
Hinſichtlich des Trunkes kann ich nichts ſagen, was
nicht ſchon oft von Anderen und beredter geſagt worden wäre, als ich es zu thun vermöchte. Ich glaube nicht, daß ich in dieſer Beziehung ſo ſchlimm war, als vielleicht die Mehrzahl meiner Standesgenoſſen, allein meine Erzäh⸗ lung wird ja genugſam dargethan haben, wie oft Trunk⸗ ſucht oder leichtſinnige Berauſchung mein Vorwärtskommen in meinem Berufe wie meinen Aufſchwung zum Guten gehemmt hat. Der Trunk hat mich zuweilen zu einem tief unter dem Menſchen ſtehenden Weſen umgewandelt und möchte mich— ohne den Beiſtand der göttlichen Gnade—


