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bracht, wo es nöthig erfunden wurde, mich auf ein Gitter zu binden, anſtatt in die Hängematte zu legen. Wir hatten zwar einen Arzt an Bord, allein er konnte nichts für mich thun. Man konnte mir nicht einmal die Kleider abnehmen, und da lag ich nun auf einem Schmerzenslager, das ich gar nicht beſchreiben kann.
Ich befand mich nun in der That auf einem Bett der Reue; mein Körper war ganz hülflos, obwohl mein Geiſt thätiger und aufgeweckter zu ſeyn ſchien als je. Ich ließ nun mein ganzes Leben an meinem Geiſte vorüber⸗ ziehen, und begann mit der erſten Stunde, wo ich als Kajütenjunge an Bord des„Sterling“ zum erſten Male mich betrunken hatte, durchlief jedes Abenteuer, jeden Frevel, den ich in dieſer Skizze meines Lebens erwähnt, ja ſogar noch Manchen, den ich aus Vergeßlichkeit ausgelaſſen habe, und das Alles mit einer Treue und Wahrheit, daß ich überzeugt bin, Niemand könne ein genaueres Logbuch führen, als das ihm ſein Gewiſſen vorhält. Ich ſah nun, daß ich ſelber mein eigener ſchlimmſter Feind geweſen war, und überzählte, wie manche vortreffliche Gelegenheit, in der Welt vorwärts zu kom⸗ men, ich ſorgloſer Weiſe verſäumt habe. Der Trunk, zumal der Branntwein, war die Wurzel all' meines Uebels, meiner Unglücksfälle und ſchlimmen Aufführung geweſen, hatte mich in ſchlimme Geſellſchaft verſtrickt, meine Ge⸗ ſundheit und Kraft untergraben und alle meine Hoffnun⸗ gen ſcheitern gemacht. Ich machte den Verſuch, zu beten, allein ich wußte nicht, wie ich es angreifen ſollte, und es ſchien mir, als ob ich mit Leib und Seele und ohne Ausſicht auf Gnade und Erbarmen verloren ſey.
Meine Schiffsgefährten beſuchten mich verſtohlen, und ich erläuterte ihnen nun, ſo gut und ſo deutlich ich es vermochte, die Thorheit und Vergeblichkeit, ſowie die Verworfenheit und den Frevel unſerer beabſichtigten Meu⸗ terei. Ich ſagte ihnen, wir ſeyen freiwillig an Bord des Schiffs gekommen und hätten kein Recht, Richter in unſrer eigenen Sache zu ſeyn; ich erklärte ihnen, wie grauſam


