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Edward Myers oder Erinnerungen aus dem Leben eines Seemannes / hrsg. von James Feminore Cooper
Entstehung
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brechen, Lemuel Bryant zu beſuchen und mir ſein Zeugniß zu verſchaffen.

Nach meiner Abreiſe von Washington ging ich nach Alexandria und verdingte mich an Bord einer Brigg,

die„Iſabella“ genannt, die nach New⸗York beſtimmt⸗

war, in welchem Hafen ich zu beſtimmter Zeit eintraf. Hier erhielt ich den Reſt meines Geldes, und hielt mich ziemlich ſolid, doch mehr wegen meiner Wunden, denke ich, als aus irgend einer andern Rückſicht. Indeß trank ich denn doch bald wieder zu viel, und mußte mich nach Sailor's Retreat(wörtlich: des Matroſen Zuflucht, ein Hoſpital für Seeleute) auf Staten Island begeben, um aus dem Bereich des Getränkes zu kommen, konnte mir indeß die Mittel zum Eintritt nur dadurch verſchaf⸗ fen, daß ich einen Sola⸗Wechſel auf mich ausſtellte. Hier blieb ich acht oder zehn Tage, bis meine Wunden heilten. Während ich noch im Hoſpitale lag— ich glaube, es war am letzten Tage meines Aufenthaltes daſelbſt und gerade an einem Sonntage— trat der Arzt herein und ſagte mir, daß ein Geiſtlicher von der deutſchen reformirten Kirche, Namens Müller, drunten im Erdgeſchoſſe Gottesdienſt halte, und forderte mich auf, hinunterzugehen. Auf dieſe Ermahnung, die ebenſo höflich als wohlgemeint gemacht worden war, erwiderte ich: ich habe ſo viel von der Handlungsweiſe und dem Lebenswandel ſolcher frommen Männer geſehen, daß ich ſatt daran habe, und darum der Anſicht ſey, eine Er⸗ zählung, welche ich ſo eben in einem Magazine leſe, werde mir eben ſo viel nütze ſeyn, als eine Predigt. Der Arzt tadelte mich milde über meine Gleichgültigkeit und Schroff⸗ heit und verließ mich alsdann. Sobald er uns den Rücken gewandt hatte, begannen etliche meiner Gefähr⸗ ten den Witz und Humor zu loben, den ich an den Tag gelegt haben ſollte, und ſchienen ganz entzückt über die Antwort, die ich dem Doktor gegeben. Ich aber waͤr

keineswegs mit mir ſelber zufrieden; denn ich hegte ins⸗

geheim höhere Achtung vor ſolchen Dingen, als ich ſel⸗