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Edward Myers oder Erinnerungen aus dem Leben eines Seemannes / hrsg. von James Feminore Cooper
Entstehung
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Sohn Gottes ſey; ich ſah darin gewiſſerntaßen eine Un⸗ wahrſcheinlichkeit und verſiel dadurch in die Gefahr, welcher Layen und Anfänger in Glaubensſachen ſo leicht ausge⸗ ſetzt ſind,— nämlich in Eigendünkel, Afterweisheit und Selbſtvertrauen, und wollte menſchlichen Verſtand an die Stelle des Glaubens ſetzen. Der Haushofmeiſter hatte dies bald ausgewittert, und brachte mir Tom Payne's Werke in der Abſicht, dadurch meinen Glauben, d. h. mich im Unglauben zu beſtärken. Ich las nun Tom Payne an⸗ ſtatt der Bibel, und gewann bald praktiſche Einſicht und Ueberzeugung von den ſchlimmen Wirkungen und Folgen ſeines elenden Syſtems. Mit meiner Beſſerung und Ver⸗ edlung ging es wieder den Krebsgang; ich begann wieder zu trinken wie zuvor, obwohl ich mich nur ſelten berauſchte, und wurde eben ſo gleichgültig gegen meine Bibel und Gebetbuch, als ſorglos in Betreff der Zukunft. Meine Anſichten änderten ſich nachgerade dahin: die Dinge dieſer Welt ſeyen nur um des Genuſſes willen da, und Derje⸗ nige handle am Vernünftigſten, der ſich ſeine Zeit hienie⸗ den am Beſten zu nutz mache.

Zudem muß ich noch geſtehen, daß das ſchlimme Bei⸗ ſpiel, welches ich von ſolchen gegeben werden ſah, die ſich Chriſten nannten und dafür gelten wollten, mich un⸗ willkürlich gegen Glaubensſachen und Religion abgeneigt machten. Mein größter Irrthum war, daß ich annahm, es ſey bereits mit meinem Gemüthe eine wirkliche Aenderung vor ſich gegangen. Beſondere Umſtände erweckten in mir den Hang zum Nachdenken, dieſes machte mich ernſt, und das Nachdenken führte mich auf Gegenſtände, die ich ſeit⸗ her nur leichtſinnig behandelt hatte. Allein die Gnade Gottes war mir größtentheils noch vorenthalten, und ließ mich zur Spielball und zur Beute ſolcher Menſchen wer⸗

den, wie der Haushofmeiſter und ſein großer Herr und Pro⸗

phet, Tom Payne..

Es ergab ſich im Spital, und zumal an einem Orte wie Penſacola, nicht viel Gelegenheit für mich, wieder in meine alten üblen Gewohnheiten und Laſter zu ver⸗