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Edward Myers oder Erinnerungen aus dem Leben eines Seemannes / hrsg. von James Feminore Cooper
Entstehung
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ſaß ein engliſches Gebetbuch, das er mir borgte, und ich machte es mir nunmehr zur Gewohnheit, taͤglich ein Gebet darin zu leſen,, um auf dieſe Weiſe wenigſtens

dem Allmächtigen mehr Andacht zu zollen. Dieß war der

erſte Verſuch von meiner Seite, privatim wieder zu mei⸗

nem Gott zu beten, ſeit ich Herrn Marchintons Haus

verlaſſen hatte, wenn ich die wenigen Stoßgebete in Ge⸗

danken ausnehme, welche die Angſt mir in Augenblicken

der Gefahr abgedrungen hatte.

Nach kurzer Zeit wollte es mich bedünken, es ge⸗ zieme ſich nicht für mich, der ich als proteſtantiſcher Chriſt geboren und getauft worden ſey, ein römiſch⸗ka⸗ tholiſches Gebetbuch zu leſen, und ich wußte endlich ein anderes ausfindig zu machen, das für Proteſtanten und zwar ausdrücklich für Seeleute geſchrieben war; dieß nahm ich nun mit mir auf mein Zimmer und bediente mich ſeiner anſtatt des katholiſchen Buchs. Dr. Terrill hatte einen hübſchen Vorrath Bibeln unter ſeiner Auf⸗ ſicht, und verſah mich gerne mit einer derſelben, worauf ich es mir zum Grundſatze machte, jede Nacht ein Ka⸗ pitel davon zu leſen und eines meiner Gebete herzu⸗ ſagen. Des Trinkens enthielt ich mich ganz, und ließ auch ſelten einen Fluch hören. Ich las die Bibel nun nicht mehr um des geſchichtlichen Theils und der Erzäh⸗ lungen willen, ſondern in der ernſten Abſicht, dadurch mein Gemüth und meinen Wandel zu verbeſſern und zu veredeln.

Mein rechtlicher Lebenswandel und mein ernſtes Stre⸗ ben nach Beſſerung mochte ſchon mehrere Monate lang angedauert haben, als ich die Bekanntſchaft eines neuen Haushofmeiſters machte, der am Spitale angeſtellt worden war. Der Mann erwies ſich tauglich genug, mit mir über die Bibel zu reden z allein es zeigte ſich bald, daß er ein Deiſt war. Trotz meines Drangs, ernſter über meine wahre Lage mit mir zu Rathe zu gehen, hatte ich doch noch Zweifel darüber, ob der Heiland auch wirklich der

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