64 und das Fahrzeug ward nun vor den Wind gebracht, der ſehr günſtig war; es konnte nur wenig Segel füh⸗ ren, obwohl wir Bramſtengen anſtatt den Topmaſten anbrachten, ſobald es die See erlaubte. Um vier Uhr etwa ſah ich Land und zeigte es dem Steuermann. Es war Kap Clear(die Südſpitze von Irland) und wir ſteuer⸗ ten ſo gerade wie möglich darauf zu, drehten dann bei und liefen in den St. Georgskanal ein. Eine große Flotte der verſchiedenſten Fahrzeuge hatte ſich in und um die Mündung des St. Georgskanal geſammelt, und berei⸗ tete ſich darauf vor, an einem beſtimmten Tage, der in
dem Manifeſt, durch welches der Handel wieder eröffnet
wurde, näher beſtimmt worden war, in den Hafen von Liverpool einzulaufen, und die Zerſtörung und Verhee⸗ rungen, welche der Sturm unter ihnen angerichtet hatte, waren keineswegs unbedeutend. Ich erinnere mich nicht mehr genau der Anzahl der Schiffe, die wir ſahen, allein es müſſen mehr als hundert geweſen ſeyn.
Es ging hinterher das Gerücht, es haben mehr als fünfzig Fahrzeuge an der Iriſchen Küſte Schiffbruch ge⸗ litten. Faſt jedes Schiff, dem wir begegneten, war mehr oder weniger entmaſtet, und ein Fahrzeug, die„Freiheit“ genannt, ſollte gar mit Mann und Maus untergegan⸗ gen ſeyn.
Das Wetter hellte ſich nun einigermaßen auf, und wir ſteuerten ſo gut wie möglich vollends nach Liverpool. Der „Sterling“ erreichte es in leidlichem Zuſtande, obwohl wir eine Zeitlang im Fluſſe liegen mußten, ehe wir in die Docks einlaufen konnten. Als wir unſern Kargo aus⸗ luden, fanden wir, daß er großen Schaden gelitten hatte, beſonders der Weizen; dieſer war ſo heiß, daß wir nicht mit den Füßen darin ſtehen konnten. Wir wurden ihn indeß in ein paar Tagen los, liefen in eine Werſte ein und ließen das Schiff wieder ausbeſſern.
Dieſer Beſuch in Liverpool ſprengte unſere Beman⸗ nung aus einander, wie der Wind die Spreu; die meiſten unſerer Leute wurden gepreßt und diejenigen, welche ih⸗
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