Teil eines Werkes 
3. Bd. (1873)
Entstehung
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jener Zeit hat ſich Iſabella wunderbar aufrecht er⸗ halten und mit der Eigenthümlichkeit, welche Bruſt⸗ leidenden gewöhnlich eigen, ſtets behauptet, ihr fehle nichts. Aber in dem Glanz der ſammtſchwarzen Augen, der Durchſichtigkeit der charakteriſtiſchen Wangenblüthe, mußte jeder Erfahrene den Keim einer ſchleichenden Krankheit in ihr entdecken. Mohn hatte bei ihrem Sturze vom Pferde nicht mit Unrecht es als ein böſes Wahrzeichen angeſehen, daß keine äußere Verletzung vorhanden geweſen war.

Seit ihrer Krankheit kannte Breiten nur einen Zweck, den, das theuere Leben des geliebten Weibes zu erhalten. Er hatte die Hochzeit beſchleunigt und ſchon in den nächſten Tagen ſollte ſie ſtattfinden.

Iſabella war während der letzten Stunden in tiefen Schlaf verfallen; Breiten ſaß an ihrem Lager. Die Vergangenheit drang in jenem Augenblicke mächtig auf ihn ein mit den letzten Stunden des alten Jahres. Er gedachte jenes Sylveſters wieder, an welchem er zu Karnſtein Iſabella auf der Höhe ihres Glückes ver⸗ laſſen hatte und jetzt; war dieſe abgezehrte Geſtalt mit den fiebernden Wangen denn wirklich die ſtolze, die glückliche, vielumworbene Künſtlerin? Wie plötzlich, wie furchtbar plötzlich war Alles eingetreten!

Hoffen wir das Beſte, hatte Mohn vor ſeinem