Teil eines Werkes 
1. Bd. (1873)
Entstehung
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wichſe handelte. Daß das Geſchäft aber auf ihren Namen lautete, hatte ſeinen triftigen Grund. Nicht etwa, weil ſie ſich eines glücklichen Wittwenſtandes er⸗ freute, im Gegentheile, weil die ſtarke willenskräftige Frau einen kleinen, aber ſehr gelehrten Mann beſaß.

Herr Euſebius Eſchmüller war in ſeinen jüngeren Jahren das Factotum eines noch gelehrteren Profeſſors, der ihn zum Erben ſeiner ſtaubbedeckten Folianten ge⸗ macht. In Folge deſſen entpuppte ſich denn eines Tages Herr Euſebius aus der Larve eines harmloſen Famulus zu einem Copiſten für die gelehrte Welt. In dieſer Stellung behagte ihm nun freilich das Aus⸗ theilen von geräuchertem Speck und eingelegtem Kraute nur wenig und ſelbſt dem äſthetiſcheren Abmeſſen von Band und Kleiderſtoffen konnte er keinen Geſchmack abgewinnen; und ſo kam es denn, daß Frau Euphro⸗ ſina nach und nach das Staatsruderder zwei bren⸗ nenden Herzen allein und unumſchränkt führte.

Nach ihrem in der Taufe erhaltenen Namen zu urtheilen, wären eigentlich unſere Leſer vollkommen be⸗ rechtigt, in Frau Eſchmüller ein ſogenannteshöheres Weſen zu vermuthen; allein trotz ihres romantiſchen Namens ſtand die Frau des Schreibers in ihren Lebens⸗ anſchauungen vollkommen auf praktiſchem Grund und Boden, und ihr dickes, freundliches Vollmondsgeſicht,