55 Dorfchens wieder ſah und ſich auf den Fluren bee fand, wo ſie ſo manchmal die bloͤckende Heerde gehuͤthet hatte. Hier verließ er ſie und Baͤrbchen eilte mit ſchnellen Schritten dem nahen Ziele ent⸗
gegen.
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Eben war Martin im Begriff an ſein Tage⸗ werk zu gehen. Lange war ihm nicht ſo wohl ge⸗ weſen als heute. Er nahm Stock und Peitſche von der Wand, ergriff ſein Horn und gieng heraus. Himmel! welch' eine Erſcheinung— welch' eine herrliche Ueberraſchung.— Lange ſchon hatte er alle Hoffnung aufgegeben, ſein liebes Baͤrbchen wieder zu ſehen und itzt, da er eben ins Horn ſto⸗ ßen wollte und im Begriff war, die Heerde zur Waide zu führen, trat, was das Liebſte von allen ihm war, ſein gutes⸗ fuͤr verlohren geachtetes
Baͤrbchin vor ihn hin, hupfte freudig an ihn hin⸗ auf und umſchlang mit beiden Haͤnden ſeinen Hals. Die Scene war anfangs ſtumm, bald aber begann ſie lauter zu werden. Baͤrbchen brach in Thraͤnen der Freude aus und Vater Martin konn⸗ te ſich ſelbſt kaum ihrer enthalten.„Du kleines Blitzmaͤdel!“ ſagte er„wo biſt Du ſo lange geweſen? Haſt mir viel Kummer und Sorge ge macht.“ Mit dieſen Worten trug er ſie in ſeine kleine Wohnung und ſagte beim Eintritt in Stube, in welcher Mutter Evchen noch Hirtenm. E


