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heit ſich dadurch weiter nicht beleidiget fand, ſo
emporte ſich doch etwas in der jungen Seele des
keimenden Maͤdchens, das ihr ſagte, dieſe Be⸗ gegnung nicht verdient zu haben und einen Haß gegen ihre Pflegemutter erweckte, der mit jedem Tage mehr zu als abnahm.
So hatte ſie faſt zwei volle Jahre in der klei⸗ gen Hirtenwohnung verlebt, als der letzte Mor⸗ 5 ihres Hierſeins anbrach und ſie wenigſtens auf lange Zeit von ihrem guten, lieben Martin 4 Es war ein ſchoͤner Fruhlingsmorgen, dereinen eben ſo ſchoͤnen Tag verkuͤndigte und nichts weniger ahnen ließ, als daß ſich uber ih⸗ nem Haupte ein furchterliches Ungewitter auf⸗ thuͤrmen wuͤrde.
Martin hatte bei guter Zeit ausgetrieben⸗ und weil er in Verrichtungen auf ein benachbar⸗ tes Dorf gehen mußte, die Heerde ſeiner Frau und der kleinen Barbe uͤbergeben. Lange ſchon war Mutter Eochen mit einem Plane ſchwanger gegangen, wie ſie ſich dieſes Maͤdchens, deſſen Anblick ihr laͤſtig war, enttedigen wollte. Der Zufall begunſtigte ihren gottloſen Entwurf und verſchaffte ihr Gelegenheit⸗ ihr Muthchen an dem
anſchuldigen, wehrloſen Geſchopfchen zu kühlen. 4 de
Es war eben Mittag und niewand auf der Flur zu hoͤren und zu ſehen. Die Heerde weidet an Thal und auf den Anhdͤhen umbher


