30 Unterpfand ihrer Liebe, das kleine Baͤrbchen, das bis itzt der Pflege und Wartung der alten aberglaͤubiſchen Tante anvertraut geweſen war. Die Erziehung dieſes liebenswuͤrdigen Kindes veranlaßte ſie, ſich dem Geraͤuſch der großen Welt zu entziehen und in laͤndlicher Stille und Einſam⸗ keit fuͤr die Leiden einer faſt dreijaͤhrigen Tren⸗ nung im Arm der Liebe zu entſchaͤdigen.
Bald nach ihrer Vermaͤhlung bezogen ſie ein anſeh nliches Landgut, das der Graf von Ehren⸗ ſtein ſemter Tochter zur Mitgift uͤberlaſſen hatte, und kaum waren ſie mit ihrer haͤuslichen Einrich⸗ tung zu Stande gekommen, ſo eilten ſie nach*** das Liebſte ihres Eigenthums in Beſitz zu neh⸗ men und der ſorgfaͤltigen Pflegerin ihres Baͤrb⸗ chens gemeinſchaftlich ihren Dank zu zollen.
Gott! welch eine Freude, welch' ein un⸗ ausſprechliches Vergnuͤgen fuͤr die Neuvermaͤhl⸗ ten, das ſchuldloſe Unterpfand ihrer Liede auf vaͤterlichen Armen zu wiegen und ans hochklo⸗ pfende Mutterherz zu druͤcken. Ihr Entzuͤcken war groß und ihrem Glucke ſchien nun nichts mehr zu fehlen. Der beſtandenen Leiden dach⸗ ten ſie nur als einer Pruͤfung, durch die ſie zum
Genuſſe uberirrdiſcher Wonnen hatten uͤbergehen ſollen. Die Vergangenheit ſchien ihnen nur ein ET raum geweſen zu ſein und der gegenwaͤrtige Au⸗
genblick glich dem Erwachen eines heitern Mor⸗ zens⸗. Drei
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