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erlitten zu haben, vielmehr in den Augen vieler
noch mehr erhoͤht, welches man für eine Wir⸗
kung der geſuͤndern Landluft hielt. Niemand ah⸗
nete ſchon gebrochene Roſen zu pfluͤcken, und Ju⸗
lie galt, wie vorher, fuͤr eine Nichtentheiligte,
der man allenthalben Achtung, Ehrfurcht und Liebe ſchuldig zu ſein glaubte.
Nicht lange nach ihrer Ruͤckkehr in die Reſt⸗ denz kam auch Ferdinand, der Sohn des Grafen von Opfermann, in Begleitung eines Mentors. von ſeinen Reiſen zuruck. Vor ihm mußten alle Aubether der erſten Huldgöttin des maͤnnlichen Univerſums zuruͤcktreten und Jedermann beklag⸗ te die ungluͤckliche Julie, die in der That eines beſſern Schickſals wurdig, als deſſen, das Ihrer in den Armen eines ausſchweifenden Wohlluͤſt⸗ lingſt wartet⸗
Seine augenblickliche Befoͤrderung bei Hofe beſchleunigte ſeine Verbindung mit Julien. So glaͤnzend dieſe auch war, ſo gieng doch die graͤf⸗ liche Braut mit ſchwerem Herzen zum Altar, und Pracht und Aufwand vermochten nicht, ihr Au⸗ ge zu blenden und ihre Sinnen zu benebeln. Im Schooſe immer wechſelnder Freuden und Vergnuͤ⸗ gungen ſich wiegend, fuhlte ſie das druͤckende Joch doppelk, unter welches ſie gezwungen ihrem Nacken bengen mußte. Ihr Herz hieng an dem Einzigem⸗den zu vergeſſen ihr unmäͤglich war


