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Der rothe Seeräuber : eine Erzählung / von John Fenimoore Cooper. Für die reifere Jugend frei bearb. von Franz Hoffmann
Entstehung
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„Ein behendes und leicht zu behandelndes Schiff kann ſo wenden,“ ſagte Wilder;„hauptſächlich wenn es eine große Zahl von Armen an Bord hat.“

„Daran fehlt's Beelzebub nie, und es würde ihn nicht viel koſten, dem plumpſten und trägſten Schiffe die Blitzesſchnelle des Pfeils mitzutheilen.“

„Mr. Earing,“ ſagte Wilder,„wir wollen alle Segel der Ka⸗ roline ſpannen, und das freche Schiff todtſegeln. Setzen Sie das große Segel bei, und laſſen Sie die Bramſegel los.“

Der Lieutenant, deſſen Verſtändniß nur langſam ging, hätte gern Gegenvorſtellungen gemacht, allein er wagte es nicht, denn in dem feſten, ruhigen und gemeſſenen Tone des jungen Kommandan⸗ ten lag etwas, das ihn einſchüchterte. Er hatte indeſſen nicht Un⸗ recht, wenn er der Meinung war, daß der eben erhaltene Befehl doch ein wenig gefährlich ſei. Die Karoline ging ſchon unter ſo vielen Segeln, als er überhaupt für gut hielt, ihr jetzt zu geben, da der Horizont mit ſchlechtem Wetter drohte. Indeſſen wiederholte er die Befehle, ſo ſchnell als er ſie empfangen. Die Matroſen, welche ſchon angefangen hatten, das fremde Segel zu betrachten, und unter ſich über ſeine Lage und ſeine Manöver zu ſprechen, ge⸗ horchten mit einer Emſigkeit, welche man einzig und allein dem ge⸗ heimen aber allgemeinen Verlangen zuſchreiben konnte, ſich von der unheimlichen Nachbarſchaft loszumachen. Die Segel waren raſch nach einander beigeſetzt, dann aber ſchlug jeder die Arme über die Bruſt, ſtarrte mit unverwandten Augen auf den fremden Gegen⸗ ſtand, oder vielmehr auf den Schatten auf der Leeſeite, und ſuchte die Wirkung zu errathen, welche das ausgeführte Manöver hervor⸗ bringen würde.

Die königliche Karoline ſchien wie ihre Mannſchaft das Be⸗ dürfniß einer verdoppelten Schnelligkeit zu ſpüren. Sobald ſie den Druck der großen eben entfalteten Segel fühlte, neigte ſie ſich tie⸗ fer, und ſchien auf dem Waſſer, welches ſich auf der Windſeite bis an die Speigaten erhob, mehr zu liegen als zu ſegeln. Auf der andern Seite erſchienen mehrere Fuß breit ſchwarze Bretter und das polirte Kupfer entblößt, obgleich oft überſpiegelt von den grü⸗ nen und erbosten Wogen, die, blitzſchnell von einem Kamme blenden⸗

den Schaumes überglänzt, längs dem Schiffe daherrauſchten. Wäh⸗