„Das iſt die Farbe eines Seeräubers!“
„Ja, ſie iſt roth! Ich liebe ſie mehr als Eure dunkeln Fel⸗ der von Schwarz mit Todtenköpfen und andern kindiſchen Pompan⸗ zen. Sie droht nicht, ſondern ſagt nur: ‚Um ſolchen Preis ward ich erkauft.’ Maſter Wilder,“ fuhr er fort, und die Miſchung von Ironie und Luſtigkeit, mit der er die vorige Unterredung geführt hatte, verlor ſich in einem Blick hohen Stolzes;„wir verſtehen ein⸗ ander, es iſt Zeit, daß Jeder unter ſeiner eigenen Flagge ſegelt, ich brauch' Euch nicht zu ſagen, wer ich bin.“
„Ich glaub', es iſt unnöthig,“ ſagte Wilder,„wenn ich dieſe deutlichen Zeichen begreife, ſo ſtehe ich vor— vor——“
„Vor dem rothen Seeräuber,“ fuhr der Andere fort, als er bemerkte, daß Wilder den ſchrecklichen Neuen auszuſprechen zögerte. „Es iſt wahr, und ich hoffe, dieſes G wird der Anfang einer dauernden, feſten Freundſchaft ſein. da enne die geheime Urſache nicht, aber vom Augenblick unſeres Zuſamme effens an hat eine hohe unerklärliche Theilnahme mich zu Euch engezogen. Sei dem nun, wie ihm wolle, ich nehme Euch mit verlangendem Herzen und offenen Armen auf.“
Obgleich Wilder mit dem Charakter des Schiffs nicht unbe⸗ kannt war, an deſſen Bord er ſich eben gewagt, ſo vernahm er doch das offene Anerbieten nicht ohne Verlegenheit. Der Ruf dieſes berüchtigten Freibeuters, ſeine Kühnheit, ſeine Thaten, bei denen Freigebigkeit und Muthwillen ſich ſo häufig miſchten, und ſeine ver⸗ zweifelte Todesverachtung bei allen Gelegenheiten tauchten zugleich in der Rückerinnerung unſeres jugendlichen Abenteurers auf, und bewirkten, daß er jene Art von Zögern empfand, dem wir Alle, mehr oder weniger, bei wichtigen Ereigniſſen unterworfen ſind, mögen wir ſie auch noch ſo ſehr erwartet haben. 3
„Ihr habt meinen Vorſatz und meinen Verdacht nicht miß⸗ deutet,“ antwortete er endlich;„denn ich geſtehe, gerade dieſes Schiff
habe ich aufgeſucht; ich nehme den Dienſt darauf an, und von die⸗ ſem Augenblick an mögt Ihr mich überall hinſtellen, wo Ihr meint, daß ich am beſten mit Ehre meine Pflicht erfüllen kann.“⸗
„Ihr ſeid mir der Nächſte. Morgen ſoll es auf dem Quarter⸗
ddeeck bekannt gemacht werden; und im Fall meines Todes, ich müßte mich denn ſehr in meinem Manne betrügen, müßt Ihr mein Nach⸗


