zu führen, der ſchon ſeit längerer Zeit in dieſen Breiten das Meer unſicher gemacht hat. Man nennt ihn den rothen Freibeuter, und das Fahrzeug, welches dort im Außenhafen ankert, iſt ſein Schiff. Ich habe ſeine Abſichten zu erforſchen gewußt. Er lauert, wie eine Spinne auf ihren Raub, auf die Abfahrt der reich befrachteten ‚königlichen Karoline“, nicht nur um ſich des Schiffes und ſeiner Ladung, ſondern auch um ſich einer noch koſtbareren Beute zu be⸗ mächtigen. Ich habe in Erfahrung gebracht, daß ſich die Nichte das Generals Gräyſon, Miß Gertrud, mit ihrer Gouvernante, Miſtreß Willys, dem Schiffe anvertrauen will, um zu ihrem Vater nach Carolina zu ſegeln. General Gräyſon iſt reich, und würde dinr ſchweres Löſegeld für die Befreiung ſeiner Tochter zahlen müſſen, ‚wenn dieſelbe von dem Piraten gefangen genommen würde. Dieß, und überhaupt die böſen Abſichten deſſelben, zu kreuzen und zu
verhindern bin ich entſchloſſen, und ich frage Euch nun, ob Ihr
mir auf jede Gefahr hin an Bord des Seeräubers folgen wollt, oder nicht?“
Ohne weitere Antwort griffen die Matroſen wieder zu ihren Riemen und ruderten weiter.
„Wohlan denn,“ fuhr Wilder fort,„ich ſehe, Ihr habt Euern Entſchluß gefaßt, und ich danke Euch dafür. Von jetzt an Vor⸗
ſicht und Klugheit, damit wir uns nicht vor der Zeit verrathen. Und nun vorwärts!“—
Fid und der Schwarze gehorchten ſchweigend. Als ſie dem Schiffe ſich näherten, wurde der Schlag der Ruder gemäßigt und endlich ganz aufgegeben, da Wilder ſich unbemerkt dem Schiffe zu nähern wünſchte.
„Hat es nicht ſeine Segel an die Stenge gebunden?“ fragte er mit leiſer Stimme.
„So viel ich ſehe, iſt's ſo,“ entgegnete Fid,„den angeblichen Sklavenhändler prickelt ein wenig das Gewiſſen, wie es ſcheint.“
„Aber, hiſt! ſie kommen aufs Verdeck!“
Fid's Worte verloren ſich in einem Anruf vom Schiff aus, der wie das Brüllen eines Seeungeheuers zu ihnen herüber tönte. Die geübten Ohren unſrer Abenteurer erkannten es aber ſogleich für das, was es wirklich war, für die Art, wie man gewöhnlich
ein Boot anruft. Ohne ſich erſt zu verſichern, daß das Plätſchern


