Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

264

Kraft als durch ein moraliſches Uebergewicht, das er etwa beſaͤße, aufrecht erhalten wird. Ihre Ge⸗ fahr vergroͤßerte ſich daher genau im Verhaͤltniſſe zu der Anzahl der rohen Gemuͤther, von denen ſie umgeben waren. Das allerbeſtimmteſte Gebot desjenigen, der ihr anerkanntes Haupt zu ſein ſchien, konnte jeden Augenblick von einer raſchen Hand, die ſich vielleicht angeregt fuͤhlte, den Ma⸗ nen irgend eines Freundes oder Verwandten ein Opfer zu bringen, uͤbertreten werden. Waͤhrend er daher in ſeinem Aeußern Ruhe und Stand⸗ haftigkeit zu zeigen ſuchte, ſchlug ihm dennoch ſein Herz hoͤrbar, wenn einer ihrer wilden Sieger ſich

den huͤlfloſen Schweſtern mehr als gewoͤhnlich naͤ⸗

herte, oder auch nur einen ſeiner wuͤthenden herumirrenden Blicke auf jene zarten Weſen warf, die ſelbſt dem ſchwaͤchſten Angriff nicht zu wider⸗ ſtehn im Stande waren.

Seine Beſorgniſſe wurden daher bedeutend

erleichtert, als er ſah, daß der Haͤuptling alle

ſeine Krieger zu einer Berathſchlagung um ſich her verſammelte. Ihre Berathung war kurz, und

5