Teil eines Werkes 
3. Theil (1832)
Entstehung
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fuͤrchten hat. Die Thore waren verſchloſſen, die Schildwachen auf den Mauern und Baſteien ver⸗ doppelt; und von Zeit zu Zeit communicirte man durch Signale mit den Außenpoſten, welche auf den Bergen ſo ausgeſtellt waren, daß ſie auch die Straßen, welche jenſeits der Schlucht zum Rheine fuͤhrten, vollkommen uͤberblicken konnten.

Anders war die Scene in Duͤrkheim, wiewohl ſie in verſchiedenen Puncten jener im Schloſſe glich. Es herrſchte in der Stadt dieſelbe Beſorgniß einer Gefahr von Außen, dieſelbe Wachſamkeit auf den Mauern und Thuͤrmen, dieſelbe ungewoͤhnliche Entfaltung einer bewaffneten Macht. Allein in einer Stadt, wie Duͤrkheim, konnte nicht ſo leicht jenes finſtere Schweigen, wie in der Hartenburg, herrſchen. Die Buͤrger ſtellten ſich auf den Stra⸗ ßen zuſammen, die Weiber ſchwatzten wie bei allen ungewoͤhnlichen und ergreifenden Ereigniſſen, und ſelbſt an den Kindern bemerkte man die Wirkun⸗ gen der Aengſtlichkeit und Unentſchloſſenheit ihrer Eltern, denn der Aufſicht waͤhrend dieſer Zeit der allgemeinen Unruhe entledigt, wanderten ſie muͤßig auf den Straßen unter den Gruppen herum, und fingen alle Reden auf, die ihr jugendlicher Ver⸗ ſtand faſſen konnte. Die Kauflaͤden waren offen