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am Altare. Diesmal aber kniete er nicht nieder, ſondern ſtellte ſich auf die Stufen, hielt die heiligſt⸗ geachtete Reliquie in die Hoͤhe, und rief den Him⸗ mel laut um Offenbarung ſeiner Macht an.
„Er iſt verloren!« rief Albrecht von Wiederbach, und eilte aus der Kirche.
In dem Augenblicke, als der 9 Rhodiſerritter durch das große Thor ſtuͤrzte, fiel voza Dache ein brennender Balken auf das prnend die gluͤ⸗ henden Kohlen ſpruͤhten wie funkelnde Sterne umher.
»Berthold! Berthold!« toͤnte es aus hundert Kehlen.
»Komm heraus, vorſchneller Knabe!« ſchrie Emich mit tiefbewegter Stimme durch das Ge⸗ praſſel der furchtbaren Brunſt.
Berthold war wie unter einem Zauberbann. Er ſtarrte wild auf den Moͤnch, und ſtuͤrzte aber⸗ mals gegen den Altar. Ein furchtbares Gekrache aber, einer Lawine gleich, die vom Berge zerſtoͤrend niederſinkt, donnerte in Aller Ohren. Dieſelben Menſchen, die vor ſo kurzer Zeit ſchlaczttuſtſ auf den Berg gekommen waren, ſtießen Schreckensge⸗ ſchrei aus, als ſie die ſchrecklich he Gefahr ſahen, worin ihre Mitgeſchoͤpfe ſchwebten. 3
„»Komm heraus, junger Berthold! komm her⸗ aus, mein wackerer Foͤrſter!« ſchrie der Graf mit einer Stimme, welche die der ganzen Schaar uͤber⸗ toͤnte, gleich als wollte er die Seinigen durch den Schlachtruf verſammeln.»Er wird mit dem elen⸗ den Moͤnche ſterben. Der Juͤngling iſt wahn⸗ ſinnig!«


