Ein und zwanzigſtes Capitel.
Der Benedictiner, welcher dem Leſer bereits un⸗ ter dem Namen des Vater Johann bekannt iſt, hat⸗ te das Ende der im vorigen Capitel beſchriebenen Scene mit ſtolzer Geduld an den Stufen des Alta⸗ res abgewartet. In einem ſo auf die Spitze ge⸗ ſchraubten Charakter war nur weniges natuͤrlich, ſelbſt die Geduld des Moͤnches war das Ergebniß der erzwungenen, feurigen Eigenſchaften ſeines Gei⸗ ſtes. Kloͤſterliche Zucht, tiefe und unwillkuͤhrliche Achtung vor dem Prior, und ſelbſt ſeine Verachtung gegen milde Mittel, um einen Suͤnder zur Reue zu vermoͤgen, hielten ihn ziemlich in Ruhe, ſo lange ſein geiſtiger Oberer und Emich mit einander Zwie⸗ ſprache hielten: wilde Wonne aber leuchtete in ſei⸗ nen Augen als von der ganzen einſt ſo maͤchtigen und gefeierten Prieſterſchaft er allein noch uͤbrig war, um die Altaͤre zu vertheidigen. Das Gefuͤhl in ſeiner Bruſt war, trotz des in der Kirche eher zu⸗ als abnehmenden Tumultes, das des Triumphes. Er freute ſich ſeiner Standhaftigkeit, und hoffte auf die Wirkungen ſeiner Feſtigkeit mit uͤberſchwellen⸗ dem Vertrauen, und mit der feſtgewurzelten Ueber⸗ zeugung eines Enthuſiaſten.
Emich beruͤckſichtigte jedoch ſeine Gegenwart wenig waͤhrend der erſten Augenblicke nach dem Abzuge des Priors. Es liegt in Wahrheit und Grundſatzfuͤlle eine Majeſtaͤt, eine ſicher wirkende


