Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
Entstehung
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zu Milde und Nachſicht, dieſer verlockte zu Gewalt⸗ thaͤtigkeit durch Vorſpiegelung ſchmeichleriſcher Hoff⸗ nungen. Emich bruͤtete uͤber die Anſpruͤche des Klo⸗ ſters, gegruͤndet auf eine geſetzliche Ueberlegenheit, die eben ſo ſehr ſeiner Macht zu nahe trat, als ſie ſeinen Stolz verwundete; uͤber die beſtaͤndige Durch⸗ kreuzung ſeiner Abſichten von Seite der Moͤnche, und deren fortwaͤhrenden Widerſtand gegen ſeine Obergewalt im Thale; Gruͤnde der Feindſchaft, welche durch das ausſchweifende und hochmuͤthige Benehmen nur zu vieler Mitglieder der Abtei mit Fug und Recht erhoͤht wurden. Allein die Wir⸗ kung dieſer Gruͤnde wurde durch das Bild des Va⸗ ter Arnulph, umgeben von den milden und edlen Eigenſchaften chriſtlicher Tugend, vermindert. Sich ſelbſt zum Trotze konnte Emich den Eindruck der Milde und Selbſtentſagung, welchen eine lange Be⸗ kanntſchaft mit dem Moͤnche auf ihn gemacht hatte, und der durch die letzte Unterredung aufgefriſcht und erhoͤht worden war, nicht von ſeiner Phantaſie ver⸗ ſcheuchen. Allein im Hofe der Abtei war fuͤr ihn ein Schauſpiel bereitet, das den gluͤcklichen Einfluß des Priors auf ihn eben ſo ſehr ſchwaͤchte, als es ſeinen Stolz ſo aufſtachelte, wie es kaum der bit⸗ terſte Feind der Abtei Limburg wuͤnſchen konnte.