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worin aber die Toͤne weiblicher und maͤnnlicher
Kehle auf eine faſt uͤbernatuͤrliche Weiſe verſchmol⸗
zen waren, wie es denn auch in der That ein Contreait von wunderbarem Umfang und ſeltener Lieblichkeit war. Graf Emich fuhr empor, denn
als dieſe himmliſchen Klaͤnge zuerſt ſein Ohr tra⸗
fen, ſchienen ſie im Gewoͤlbe des Chores uͤber ihm zu ſchweben; auch vermochte er, da der Saͤnger unſichtbar war, ſo lange das Solo waͤhrte, kaum von der erſten Taͤuſchung zuruͤck zu kommen. Er ließ ſein Schwert los, und blickte zum erſten Male an dieſem Morgen mit menſchlicher Milde um ſich. Bertholds Lippen oͤffneten ſich zur Bewunderung; in demſelben Momente begegnete ſein Auge dem blauen Meta's, und eine Welt zarter Gefuͤhle lag in dieſem ruhigen und geheimnißvollen Wechſel der Blicke. Inzwiſchen waͤhrte der Geſang fort. Endlich ſchwieg die Stimme, welche die Zuhoͤrer in ſo lebhafte Ruͤhrung verſetzt hatte, und ein vol⸗ ler Chor ſchloß die Hymne.
Der Graf von Leiningen athmete ſo tief auf, daß ſelbſt Bonifacius aufmerkſam wurde. Auch des Letzteren Antlitz nahm einen milderen Aus⸗ druck an, und wie bei dem jugendlichen Paare, ſchien der Geiſt der Eintracht uͤber das Gemuͤth


