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593 Das ſchnelle Wachsthum von New⸗York machte, daß unſere noch
übrigen Looſe in dieſer raſch gedeihenden Stadt einen guten Markt
fanden, und wir wurden bald reicher, als zum Glücklichſein nöthig iſt. Ich hoffe, wir haben die Gaben der Vorſehung nie mißbraucht. Eines weiß ich gewiß: Dus iſt von mir immer weit höher geſchätzt worden als irgend ein anderer Beſtz.
Von Jaap und dem Indianer muß ich auch ein Wort ſa⸗ gen. Beide leben noch und wohnen auf dem Neſt. Für den Indianer ließ ich eine Wohnung erbauen in einer gewiſſen Schlucht, nicht weit vom Hauſe entfernt, welche die Seene einer ſeiner früheren Thaten in dieſer Gegend geweſen war. Hier
lebt er, hier hat er die letzten zwanzig Jahre gelebt, und hier hofft er zu ſterben. Er erhält ſeine Nahrung, Decken, und was
er ſonſt für ſeine wenigen Bedürfniſſe braucht, im Neſt, Me nach Belieben kommt und geht. Er iſt jetzt dem hohen Alte nahe, hat aber noch immer ſeinen elaſtiſchen Schritt, ſeinen auf⸗ rechten Gang und ſeine Rüſtigkeit. Ich glaube, er kann gar wohl hundert Jahre alt werden. Daſſelbe gilt von Jaap. Der alte Kerl hält aus und erfreut ſich des Lebens als ein ächter Abkömmling der Afrikaner. Er und Sus ſind unzertrennlich und ſtreifen oft in den Wald hinaus auf langen Jagdzügen, ſogar im Winter, von welchen ſie mit Wildpret, wilden türkiſchen Hah⸗
nen und anderer Beute zurückkommen. Der Neger wohnt im
Neſt, aber ſeine halbe Zeit ſchläft er im Wigwam, wie wir die Wohnung von Sus nennen. Die zwei alten Burſchen ſtreiten häufig und bisweilen hadern ſie ſogar; aber da keiner von Bei⸗ den trinkt, kommt es nie zu ſehr langen noch auch ſehr ernſt⸗ lichen Zwiſten. Ihre Händel entſpringen meiſt aus Verſchieden⸗ heit der Anſichten in der Moralphiloſophie, in Folge ihrer ver⸗ ſchiedenen Anſchauungsweiſe der Vergangenheit und der Zukunft.
Lowiny blieb bei uns als Dienerin, bis ſie eine ſehr paſ⸗ ſende Heirath mit einem meiner Pächter ſchloß. Eine kurze Zeit
Der Kettenträger. 38 1
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