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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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ein ſo ſchönes Weſen geſehen, und die großherzige Priseilla ver⸗ ſichert mich, ſie ſei eben ſo gut, tugendhaft und weiſe, als liebens⸗ würdig. Sie iſt von guter Geburt, gut erzogen und gebildet; und ſie mag überdieß auch noch ein hübſches Vermögen bekommen, wenn jener alte Mr. Malbone ſo reich iſt, als man mir ſagt, und ſo viel Gewiſſen hat, daß er ein gerechtes und billiges Teſtament macht. Nimm meinen Rath an, mein lieber Sohn, und heirathe Urſula Malbone!

Die gute Großmutter! Ich nahm ihren Rath an z und ich bin überzeugt, daß bis zu ihrer Sterbeſtunde die Ueberzeugung ſie be⸗ glückte, ſie habe weſentlich zu dieſer Verbindung beigetragen.

Nachdem General Littlepage und Oberſt Follock einmal hier waren, entſchloſſen ſie ſich, ein paar Monate zu bleiben, um nach ihren Ländereien zu ſehen, und einige Scenen in dieſer Gegend wieder zu beſuchen, welche für ſie ein lebhaftes Intereſſe hatten. Auch meine Mutter und Tante Mary ſchienen gerne zu verweilen; denn ſie erinnerten ſich hier an Ereigniſſe, die ihnen die Umgegend mit ſüßer Wehmuth in das Gedächtniß zurückrief. Mittlerweile reiste Frank zu ſeinem Verwandten, und kam wieder zurück, ehe noch unſere Geſellſchaft zum Aufbruch bereit war. Während ſeiner Abweſenheit waren alle Vorkehrungen zu meiner Vermählung mit ſeiner Schweſter getroffen worden. Dieß Ereigniß fand gerade zwei Monate nach dem Leichenbegängniß Kettenträgers ſtatt. Ein Geiſtlicher wurde von Albany herbeigeholt, um die Trauung zu ver⸗ richten, da keines der Brautleute der Sekte der Congregationaliſten angehörte; und eine Stunde, nachdem wir kirchlich verbunden wa⸗ ren, verließen uns ſämmtliche Gäſte, um nach dem Süden zurück⸗ zukehren, und wir blieben allein auf dem Neſte zurück. Ich habe geſagt alle, aber ich hätte Jaap und Susqueſus ausnehmen ſollen. Dieſe Beide blieben und ſind noch bis auf die heutige Stunde da; nur macht der Neger gelegentlich Beſuche in Lilaksbuſch und Sa⸗ tanstoe, um ſeine Familie um ſich zu verſammeln. 3