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Ein großer, geräumiger Tiſch war für unſere große Geſellſchaft gedeckt. Anneke, Priscilla, Frank Malbone, Tante Mary und Urſula ſaßen ſchon, als wir eintraten, und Dus hatte den Platz oben am Tiſch inne. Niemand hatte noch Etwas berührt, und die junge Herrin und Wirthin am Tiſche hatte noch nicht einmal ange⸗ fangen, den Thee und Kaffee einzuſchenken,(denn mit meiner An⸗ kunft war der Ueberfluß, in dieſer Hinſicht, im Hauſe eingekehrt,) ſondern ſie ſaß da, achtungsvoll Diejenigen erwartend, welche wohl als die Hauptgäſte betrachtet werden konnten. Nie, ſchien mir, hatte Dus reizender ausgeſehen. Ihre Kleidung war eine hübſch arrangirte und geſchmackvolle Halbtrauer, womit ihre goldenen Haare, die roſtgen Wangen und die glänzenden Augen auf’'s Reizendſte kon⸗ traſtirten. Denn die Wangen Dus hatten wieder ihre Farbe, und ihre Augen ihren Glanz gewonnen. Der Grund davon war zum Theil, daß die Vermögens⸗Umſtände und Ausſichten ihres Bruders, den eingelaufenen Nachrichten zufolge, ſogar noch günſtiger waren, als man uns ſo eben geſagt hatte. Frank traf Briefe auf dem Neſt an, die ihm den Tod ſeines Vetters meldeten, nebſt einer dringenden Einladung, ſich zu dem kinderloſen Vater, einem alten und bettlägerigen Manne, als ſein Adoptivſohn zu begeben. Er wurde dringend aufgefordert, Dus mitzubringen, und es war eine anſehnliche Geldſumme beigelegt, um ihn in Stand zu ſetzen, dieß ohne Unbequemlichkeit zu thun. Dieß allein ſchon würde einige Heiterkeit über das Angeſicht der Armen und Abhängigen verbreitet haben. Dus trauerte aufrichtig um ihren Oheim, und trauerte lange um ihn; aber ihre Trauer war die einer Chriſtin, welche hoffte. Kettenträgers tödtliche Verwundung war ſchon vor einigen Tagen erfolgt, und das erſte Gefühl des Kummers war durch Zeit und Nachdenken etwas gemildert worden. Sein Ende war ſanft und friedlich geweſen; und ſie durfte glauben, daß er jetzt der Frucht ſeiner Reue und Buße durch das Opfer des Sohnes Gottes ſich erfreue..


