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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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zurückhalten. Nochmals lebt wohl, Major Littlepage. Möge Gott Euch vergelten, was Ihr für mich und die Meinigen gethan habt, und thun werdet.

Aber Ihr vergeßt Eure Tochter. Was ſoll aus Eurer Toch⸗ ter werden?

Lowiny hat eine verzweifelte Neigung gefaßt für Dus Mal⸗ bone, und wünſcht bei ihr zu bleiben, ſo lange Dus es gern hat, daß ſie bleibt. Wenn ſie einander überdrüſſig werden, kann meine Tochter uns leicht finden. Kein Mädchen von mir wird da lange zu ſuchen haben.

Da dieß Alles ganz vernünftig und glaublich lautete, machte ich weiter keine Einwendungen dagegen. Prudence winkte mit der Hand zum Abſchied, und ſchritt dann fort über die grauen, trüben Felder mit den Schritten eines Mannes, und bald verſchwand ihre hohe, knochige Geſtalt im Schatten des Waldes, mit ſo wenig Be⸗ denken, als eine andere fühlen würde, die wohlbekannten Alleen einer Stadt zu betreten. Ich habe ſie ſpäter nie mehr geſehen; doch kamen mir ein paar Botſchaften von ihr durch Lowiny zu.

Wie ich vom Grabe zurückkehrte, kamen Jaap und Trackleß von ihrer Kundſchaftung zurück. Der Bericht, den ſie erſtatteten, war ganz befriedigend. Nach den Spuren zu ſchließen, die ſie Meilen weit verfolgt, hatten ſich die Squatters wirklich geflüchtet, ſich nach einem entfernten Punkte gezogen, und es war von ihnen in dieſer Gegend nichts mehr zu befürchten. Jetzt ertheilte ich

meine Befehle in Betreff der Güter und Habſeligkeiten der Familie, die weder ſehr zahlreich, noch ſehr werthvoll waren, und ich kann gleich hier, ſtatt ſpäter, ſagen, daß am folgenden Tage Alles ge⸗ nau ſo geſchah, wie ich verſprochen hatte. Die erſte Botſchaft von Prudence an mich kam mir nach einem Monat zu; ſie zeigte

mir den Empfang ihrer Sachen, bis auf das Geſchirr der Mühle hinaus, an, und ſprach ihren innigen Dank für dieſe Vergünſtigung aus. Ich habe auch Grund zu glauben, daß beinahe die Hälfte