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zurückzuziehen und einige Ruhe zu genießen. Es war nahe bei Sonnenuntergang, als ſich der alte Andries wieder ausdrücklich zu mir wendete, der ich an ſeinem Bette ſaß, da Dus ſich jetzt zum Schlafen niedergelegt hatte.
„Ich werde bis morgen leben, merke ich jetzt, Mordaunt,“ ſagte er;„aber komme der Tod wann er will, er iſt geſendet von meinem Herrn und Schöpfer, und er iſt willkommen. Der Tod hat keine Schrecken für mich.“
„Die hat er für Euch nie gehabt, Kapitän Coejemans, wie
die Geſchichte Eurer ganzen Laufbahn bei der Armee deutlich zeigt.“
„Ja, Junge, es gab eine Zeit, wo ich froh geweſen wäre, im Feld erſchoſſen zu werden und zu ſterben mit Montgomery, und Laurens, und Wooſter, und Wareen, und ſolchen tapferen Helden; aber das iſt jetzt Alles vorbei. Ich bin wie ein Mann, der über eine weite Ebene hingewandelt und an deren Gränze gekommen iſt, wo er vor ſich einen endloſen Abgrund ſieht, in den er nun mit dem nächſten Schritte hinab muß. Bei einem ſolchen Anblick, Junge, kommen Einem alle die Mühen und Arbeiten und Schwie⸗ rigkeiten der Ebene ſo geringfügig vor, daß man ſie ganz vergißt. Merkt wohl, ich will damit nicht ſagen, daß die Ewigkeit für mich ein Abgrund ſei in Aengſten und Bangigkeit und Verzweiflung; denn die Güte Gottes hat mein Gemüth erleuchtet über dieſem Gegenſtand, und Hoffnung, Liebe und Sehnſucht nach der Gegen⸗ wart meines Schöpfers ſind an deren Stelle getreten. Mordaunt, mein Junge, ehe ich Euch verlaſſe, wünſchte ich wohl noch ein paar Worte mit Euch zu ſprechen über dieſen heiligen Gegenſtand, wenn Ihr es nicht übel aufnehmt.“
„Sagt Alles, was immer Euch beliebt, alter Kettenträger. Wir ſind im Lager und im Feld geweſen, und keines Menſchen Rath könnte mir willkommener ſein als der Eurige, dazu noch ertheilt in einem ſo feierlichen Augenblick der ernſteſten Wahrheit.“
„Dank Euch, Mordaunt, Dank Euch von ganzem Herzen.


