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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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heftiger Gemüthsbewegung;kein Geſetz, kein Verbot kann das verlangen. Wir ſind ein Fleiſch, und was Gott zuſammengefügt hat, das wird er nicht lange geſchieden und getrennt laſſen. Ich kann nicht lange zurückbleiben hinter Euch, mein Mann, und wenn wir uns wieder finden, ſo hoffe ich, es wird an einem Orte ſein, wo keine Bretter, keine Bäume, keine Acres Landes uns mehr Mühe und Unruhe machen werden.

Ich bin aber doch hart behandelt worden mit dieſem Holz, murmelte der Squatter, der offenbar jetzt mehr zum Schuldbewußt⸗ ſein erwacht war, als zuvor, und der auch jetzt noch nicht umhin konnte, immerfort mit dem ſich zu beſchäftigen, was der Haupt⸗ gegenſtand ſeiner Gedanken und ſeiner Thätigkeit während ſeines Lebens geweſen war, obgleich dieß Leben jetzt ſchon unter ſeinen Füßen zuſammenſtürzte,ja, mißhandelt bin ich worden mit dem Holze, Prudence, ich kann es nicht anders anſehen. Wenn man auch die Rechte der Littlepage's noch ſo hoch anſchlägt, ſo hat⸗ ten ſie doch billigermaßen immer nur Anſpruch auf die Bäume; während die Jungen und ich, wie Ihr wohl wißt, die Bäume in ſo ſchöne und ſtattliche Dielen und Planken umgewandelt haben, als nur je zu Markte geflößt wurden.

Aber einer Umwandelung anderer Art bedürft Ihr jetzt, Aaron, mein Mann; eine andere Art von Umwandelung und Be⸗ kehrung thut Euch jetzt noth. Wir müſſen Alle einmal uns bekehren in unſerem Leben; Alle wenigſtens, die da Kinder von puritaniſchen Eltern und von gottſeligen Vorfahren ſind;z und man muß geſtehen, wenn man unſere Jahre anſchlägt, und das Gewicht des Beiſpiels in einer ſolchen Familie wie die unſerige, daß Ihr und ich es lange genug aufgeſchoben haben. Kommen muß es aber dazu, oder es kommt etwas Schlimmeres; und Zeit und Ewigkeit fallen in Eurem Falle, Aaron, ſo ziemlich zuſammen.

Ich würde beruhigter im Gemüth ſterben, Prudence, wenn Kettenträger nur zugeben wollte, daß der Mann, der einen Baum