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der Gränzen überhaupt, und ſeine Eingriffe in anderer Leute Grund und Boden insbeſondere. Es mag ſchön und gut ſein, fromme Vorfahren zu haben, aber ein guter Wandel und Gemüthsver⸗ faſſung ſind viel beſſer, wenn die letzte Stunde herannaht.“
„Antwortet ihm, Aaron,“ ſagte das Weib—„antwortet ihm, mein Mann, damit wir Alle die Gemüthsverfaſſung erkennen, worin Ihr von der Welt Abſchied nehmt. Kettenträger iſt im Grunde ein wohlmeinender Mann und hat uns nie boshafterweiſe ein Leid gethan.“
Zum erſten Mal, ſeit Andries ſeine Wunde empfangen hatte, hörte ich jetzt die Stimme Tauſendacres'. Bis zu dieſem Augen⸗ blick war der Squatter vor, wie nach ſeiner Verwundung, in finſterem Schweigen dageſeſſen, und ich hatte geglaubt, er habe nach ſeiner Verletzung den Gebrauch der Sprache verloren. Zu meiner Ueberraſchung jedoch ſprach er jetzt mit ſo tiefer und kräf⸗ tiger Stimme, daß ich zuerſt mich verſucht fühlte, zu wähnen, die Verletzung, die er erhalten, könne vielleicht nicht tödtlich ſein.
„Wenn es keine Kettenträger gäbe,“ brummte Tauſendacres, „ſo gäbe es keine Linien und Gränzen und Marken, wie ſie es nennen; und wo es keine Gränzen und Marken gibt, da kann kein Recht gelten, als das des Beſitzes. Wären nicht Eure geſchriebenen Rechtstitel, ſo läge ich jetzt nicht hier, in den letzten Zügen.“
„Vergib Alles, mein Mann; vergib es Alles, wie es einem
guten Chriſten geziemt,“ erwiederte Prudence auf dieſen charakteri⸗ ſtiſchen Blick auf die Vergangenheit, wobei der Squatter ſo offen⸗ bar alle ſeine eigenen Vergehen und Sünden überſehen hatte, und die Folgen ganz auf Andere zu ſchieben bemüht war.„Es iſt das Geſetz Gottes, daß Ihr Euren Feinden vergeben ſollt, Aaron, und ich wünſche, daß Ihr dem Kettenträger vergebt, und nicht mit Galle im Herzen in das Land der Geiſter hinübergehet.“ „Es wäre weit beſſer, Prudence, wenn Tauſendacres Gott anflehen wollte, ihm ſelbſt zu vergeben,“ fiel hier der Kettenträger


